Schollene

Schollene 1760 - Zeichnung von Anco Wigboldus
Schollene 1760 - Zeichnung von Anco Wigboldus

Zwischen den vormaligen Bischofssitzen Brandenburg und Havelberg liegt die einstige Grenzburg Schollene am Westufer der Havel im ,,Lande Jerichow", einem Teil der Provinz Sachsen, der zum Erzbistum Magdeburg gehörte. In früheren Jahrhunderten trugen die Plotho, Bredow, Katte, Tresckow Schollene zu Lehen. Durch Heirat ging es aus der Familie v. Printzen an die Grafen v. Wartensleben, die den Besitz 1860 an Udo III. v. Alvensleben (1823-1910)  verkauften. Des attraktiven Gebäudes wegen hatte dessen Vater Gohlis erworben. Um eines Barockschlosses willen, so möchte man folgern, erstand der Sohn 1851 das Gut Maiwaldau bei Hirschberg in Schlesien, veräußerte es aber, um in seiner Heimat wieder größeren Landbesitz mit einem der schönsten Gutshäuser zu übernehmen: Schollene, das sein Sohn Alkmar (1874-1946) bis 1945 besaß. Praktisch bestand die Passion dieses tüchtigen Landwirts darin, devastierte Güter in die Höhe zu wirtschaften.

Vor dem Hintergrunde des Havellandes erhebt sich das dreiflügelige Herrenhaus durch einen Berliner Meister aus der Nachfolge Andreas Schlüters und Jean de Bodts 1752 für den preußischen Geh. Kriegsrat Friedrich Wilhelm v. Printzen errichtet, Sohn des preußischen Staatsministers und Oberhofmarschalls Marquard Ludwig v. Printzen. Die flankierenden Wirtschaftsgebäude sind nicht mehr vorhanden, wohl aber die runden Bassins auf dem Parterre. Herabnahme der Sandsteintrophäen beeinträchtigte die eleganten Schlossfassaden. Im Treppenhause führt eine Rokokostiege mit feingeschmiedetem Geländer zum Saal hinauf. Viele Kamine entstammen der Erbauungszeit. Links nach Norden erstreckte sich der geometrisch angelegte Garten, rechts nach Süden ein Boskett. Überschwemmungen der Havel drangen oft bis an das Haus. Büsche, Seen und Kiefernwald bilden die Elemente der ernsten Landschaft.

 

Literatur: Udo v. Alvensleben-Wittenmoor : Alvenslebensche Burgen und Landsitze. Dortmund 1960