Burg Klötze

 

Burg Klötze um 1650 - Zeichnung von Anco Wigboldus

Burg Klötze 1650 - Zeichnung von Anco Wigboldus

 

Burg, Stadt und Amt Klötze bildeten, an der Kreuzung von Handelsstraßen in einem aus Wald und Moor bestehenden Grenzgebiet gelegen, jahrhundertelang ein Streitobjekt. Vor 1383 gehörte die Herrschaft mit Unterbrechungen zur brandenburgischen Altmark, später zu Lüneburg und Hannover. 1815 gelangte Klötze an Preußen. Ein weißer Alvensleben, Hauptmann der Altmark und Burgvogt zu Stendal, verließ das Stammhaus Erxleben und empfing Klötze 1343 von Markgraf Ludwig, einem Wittelsbacher, als Pfandlehen. Kampf und Verteidigung der ihnen anvertrauten Neumark im Osten Brandenburgs bildeten zunächst die Aufgabe der Burgherren, doch der eigentliche Sinn der Belehnung mit Klötze bestand darin, den Schutz der märkischen Westgrenze durch ein mächtiges Geschlecht zu garantieren. Das wurde bald akut. 1355 gelang es, den Lüneburger Herzog, der sich für den berechtigten Landesherren hielt, zurückzuweisen. 1364 hingegen mußten die Alvensleben weichen, bis Kaiser Karl IV. sie 1375 wieder einsetzte.

Wie in Calvörde wurden auch hier die benachbarten und viel verschwägerten Geschlechter der Schulenburg und Alvensleben von den verfeindeten Mächten als Schwertarm gern gegeneinander ausgespielt. 1383 setzten sich die Welfen von neuem in den Besitz der Herrschaft, nunmehr für Jahrhunderte. Doch diesmal wussten die Burgherren den neuen Lehnsherrn soweit für sich zu gewinnen, dass sie sich bis 1446 zu behaupten vermochten. Zu ihrer Zeit umfasste das Burggebiet achtzehn Ortschaften, deren größerer Teil - seit 1343 dazu erworben - 1442 zur Herrschaft Gardelegen geschlagen wurde, die Kaiser Sigismund 1378 den Weißen Alvensleben gleichfalls verpfändet hatte. Eineinhalb Jahrhunderte, von 1446 bis 1593, saßen die Herren v. der Schulenburg mit einigen Unterbrechungen als Pfandinhaber auf Klötze. 1485 gelang es den Gardeleger Alvensleben, das halbe Amt noch einmal als welfischen Pfandbesitz zurück zu erwerben, allerdings nur für zwei Jahrzehnte. Der letzte Versuch, das Schloß 1593 den Schulenburg mit Hilfe von lüneburgischen Söldnern abzugewinnen, glückte zwar als Aktion, führte aber auf Grund kaiserlichen Einschreitens nicht zum Ziel. 

Unsere Ansicht beruht auf einem Merianstich. Von der Stadt durch einen Sumpfgürtel getrennt, lag die Burg in einem von der Purnitz durchflossenen Urstromtal. Es handelte sich um eine vierflügelige, fast quadratische Wasserburg mit Kapelle, nach niedersächsischer Art zum Teil in Fachwerk errichtet und durch Erkerbauten geschmückt. Ein runder Bergfried überragte die eindrucksvolle Gruppe. Der Torturm schützte die Zugbrücke. Baudaten sind nicht bekannt. Das einstige Amt wurde im 17. Jahrhundert lüneburgische Domäne. 1804 stürzte der Burgfried ein, und 1828 waren auch die Reste der Bauten abgetragen.  

Literatur: Udo v. Alvensleben : Alvenslebensche Burgen und Landsitze. Dortmund 1960