Schloss Hundisburg

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Schloss Hundisburg 1702 - Zeichnung von Anco Wigboldus

Die im 12. Jahrhundert entstandene Hunoldesburg gelangte 1452 in den Besitz der Familie v. Alvensleben. Bereits im 16. Jahrhundert wurde sie unter Ludolf X. v. Alvensleben zu einem Rennaisanceschloss umgestaltet. Prägend über die Jahrhunderte hinweg wurde jedoch der barocke Ausbau des Schlosses, den Hermann Korb für Johann Friedrich II. v. Alvensleben ab 1693 ins Werk setzte. Es entstand ein imposantes Hauptwerk des Braunschweiger Barock, in den Worten des Kunsthistorikers Udo v. Alvensleben „die geniale Verbindung einer norddeutschen Burganlage mit einem venezianischen Palast.“ 1811 mußten die Alvensleben den Besitz an den Magdeburger Kaufmann Johann Gottlob Nathusius verkaufen, dessen Nachkommen es bis zur Enteignung 1945 besaßen. Heute ist die Anlage im Besitz der Stadt Haldensleben. Trotz Veränderungen des 19. und 20. Jahrhunderts und einem verheerenden Schlossbrand 1945 wurde der majestätische Bau nicht vollständig vernichtet. Seit 1991 wird das Schloss wieder schrittweise instand gesetzt und vorrangig kulturellen Nutzungen zugeführt. 

Der Barockgarten wurde ab 1699 zusammen mit dem Schloss angelegt und besitzt einen hohen kunsthistorischen Rang als einer der ältesten klassisch-französischen Gärten in Deutschland überhaupt. Auch an ihm sind die Zeitläufte nicht spurlos vorübergegangen. Gärtnerische Umgestaltungen im 19. und 20. Jahrhundert folgten völlig zweckentfremdeten Nutzungen, z.B. als Fußballplatz, bis die Anlage seit 1991 in großen Zügen rekonstruiert werden konnte. Einen Schwerpunkt bildet seither auch die im Garten angesiedelte Obstsortensammlung zu historischen Sorten der Altmark und nördlichen Börde. 

In den 30er Jahren haben Anco Wigboldus und Udo v. Alvensleben sechs Rekonstruktionszeichnungen angefertigt, die oben und nachstehend wiedergegeben sind. 

 
Literatur:
  • Udo von Alvensleben: Die braunschweigischen Schlösser des Barock und ihr Baumeister Korb. Braunschweig 1937.
  • Udo von Alvensleben: Alvenslebensche Burgen und Landsitze. Dortmund 1960.
  • Marie-Luise Harksen: Die Kunstdenkmale des Kreises Haldensleben. Leipzig 1961
  • Wolfgang Kelsch: Hermann Korb, Barockbaumeister am Wolfenbütteler Fürstenhof, Braunschweig 1985.
  • Harald Blanke: Schloß und Barockgarten zu Hundisburg 1693-1993, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt, Heft 3, Halle 1994.
  • Edzard Rust: Das barocke Schloss in Hundisburg, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt, Heft 5, Halle 1996.
  • Harald Blanke: Immer noch Schwierigkeiten mit Hermann Korb. Eine Skizze zur Monographie Udo von Alvenslebens vor dem Hintergrund der neueren Forschung. In: Harald Blanke(Hrsg.) Ein brüderliches Alliance-Œuvre - Beiträge zur Gartenkunst, Geschichte und Denkmalspflege im Werk von Udo von Alvensleben und Anco Wigboldus. Hundisburg 2004, S. 79-90.
  • Harald Blanke: Grundriß über Ihro Hochwohlgeborenen Freyherrlichen Excellence von Alvensleben Garten. Der Hundisburger Schlossgarten und seine Gärtner im 18. Jahrhundert. Hundisburg 2007 (156 S.).
  • Reimar von Alvensleben: Spuren der Alvensleben in Hundisburg und Umgebung. Herausgegeben von der Familie von Alvensleben e.V., Falkenberg Juni 2010, 28 S.
  • Busso von Alvensleben: Hundisburg. Schriftenreihe "Schlösser und Gärten in Sachsen-Anhalt". Herausgeber: Deutsche Gesellschaft in Sachsen-Anhalt e.V. Döbbelin 2011, 28 S.

Grabdenkmäler in der Andreaskirche in Hundisburg

Sage: Das Mordkreuz von Hundisburg

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