Randau

Randau um 1790 - Zeichnung von Anco Wigboldus
Randau 1790 - Zeichnung von Anco Wigboldus

Die Burg Randau geht wohl auf eine slawische Siedlung mit einem Burgwall zurück. Nach einer Zerstörung besiedelte Kaiser Friedrich Barbarossa die Insel um 1160 mit niederländischen Kolonisten. 1236 wurde die Burg Randau zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1297 verbrannten die Magdeburger die Burg, deren Inhaber, die Herrn von Randau, die Elbschiffart bedrohten. Wiederhergestellt, blieb Randau strategisch wichtig, weil es zu den festen Schlössern gehörte, die imstande waren, die Elbe oberhalb Magdeburgs zu sperren.

1391 wurde Randau von den Alvensleben aus Rogätz als erzbischöfliches Lehen erworben. Als die Rogätzer Linie 1553 ausstarb, fiel die Burg im Erbvergleich an Andreas v. Alvensleben (+1565), der in Randau die Reformation einführte. Sein Grabstein befindet sich noch in der Randauer Kirche. Kuno v. Alvensleben (1588-1638), Domherr zu Magdeburg, Gesandter des Erzstifts und Mitglied der gelehrten Fruchtbringenden Gesellschaft, entschloss sich nach 1609, ein neues Schloss zu errichten, das bereits 1631 mitsamt der Hauskapelle, der .Magdeburger Domherren-Curie und einer kostbaren Bibliothek bei Zerstörung der Stadt durch Tilly den Flammen zum Opfer fiel.

Erst der ,,Minister Alvensleben in London", Johann Friedrich Karl v. Alvensleben (1737-1795), erbaute auf einer Anhöhe nach der Elbe zu wieder ein schönes neues Wohnhaus, wie wir es auf unserer Ansicht erblicken, und umgab es - noch am Barock hängend - mit geometrischen Gartenanlagen. Sein Nachfolger, Gebhard Johann Achaz v. Alvensleben (1764-1840), schuf das klassizistische Mittelrisalit und fügte die Seitengebäude hinzu. Die übrigen Nutzbauten, Holländerei, Windmühle, Kolonistenhäuser und Werkwohnungen gingen auf den Minister zurück. Eine breite Allee in der Mittelachse war auf den Magdeburger Dom ausgerichtet. Durch Waldungen unterbrochen schweifte der Blick über die Elbarme ringsum. In der nächsten Generation ging es wirtschaftlich bergab: 1850 kam Randau zum Verkauf, und um 1880 erfolgte der Abbruch des Herrenhauses, auf dessen Grundmauern ein neues Schloss errichtet wurde.

Literatur:

  •  Max Hennige: Randau – Gut und Dorf in Vorzeit und Gegenwart. Commissionsverlag Ulrich Putze Nachfolger/Hans Goltz, München 1913.
  •  Udo v. Alvensleben-Wittenmoor : Alvenslebensche Burgen und Landsitze. Dortmund 1960.

 Grabstein für Andreas I. in der Dorfkirche in Randau