Schenkenhorst

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Das Gut Schenkenhorst - zwischen Kalbe/Milde und Gardelegen gelegen – war von 1420 bis 1812 im Besitz der Familie v. Alvensleben. Udo v. Alvensleben-Wittenmoor beschrieb das dortige Herrenhaus in den 30er Jahren wie folgt: „Einfach und ehrwürdig steht das 1705 vollendete Herrenhaus, von alten Fichten, Eiben und Linden  umschattet, in dem von breiten Wassergräben im Viereck gezogenen Garten. Auf hohem Feldsteinsockel ruhen zwei Fachwerkgeschosse, mit einem Walmdach gedeckt, das einst höher war. Eine doppelläufige Treppe führt an der Hauptfront im Süden zur Mitteltür hinauf, über der als einziger Schmuck des Hauses das von Löwen flankierte Doppelwappen mit Inschrift prangt, das wahrscheinlich zu einem nicht mehr vorhandenen Sandsteinportal gehörte. Innen münden alle Feuerstellen in zwei mächtige Schornsteine. Mehrere Kamine sind erhalten geblieben und an einem Ofen eine alte Ansicht des Hauses, auf Fayence gemalt“.

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„Noch gut erhalten ist die Gesamtanlage von Haus und Garten, die einst völlig symmetrisch war. Beide besitzen noch ihre gemeinsame Mittelachse. Die Wirtschaftsgebäude lagen früher weiter ostwärts, jenseits der heute an dieser Seite zugeschütteten Graft. Die vorüber fließende Milde speist die Gräben und treibt eine Mühle, die früher zum Gut gehörte. Das große Bauerndorf lag einst hinter Hopfendämmen ganz versteckt. Der Lustgarten war geometrisch aufgeteilt, durch Buchenhecken und Lauben von geschnittenen Linden gegliedert und von Alleen eingefasst. Vor dem Hause lag ein Blumenparterre mit Buchseeinfassungen, in den äußeren Quartieren Obst- und Gemüsegärten, in der Südwestecke die Gärtnerei. Da die Anlage niemals anglisiert wurde und heute noch in alter, wenn auch einfacherer Weise bewirtschaftete wird, hat sich der ursprüngliche Zustand in den Grundlinien und vor allem der Stimmung nach erhalten. Deutlich spürt man noch die einstige Anmut dieses ländlichen Rokokogartens und sieht Anna Lucia, Luise Amalia, Anna Hedwig und Sophia Eleonora (v. Alvensleben) im Geist darin umherwandeln“.

„Eine schmale Brücke führt vom Hause über die Graft zur benachbarten Kirche, deren Apsis sich im Wasser spiegelt. Leider hat die alte Feldsteinkirche 1870 einem Neubau weichen müssen, der sich wenigstens bemüht altmärkisch auszusehen. Alt sind nur noch der barocke Taufstein aus grauem Marmor und die Gruft unter dem neuen Turm. Von den darin vorhandenen acht Särgen aus Alvenslebenscher Zeit ist der prächtigste jener von Louise Amalia v. d. Werder, Busso Dietrichs Gemahlin, von 1766.“