Zur Geschichte des Gutes

Schenkenhorst gehörte schon 1420 zur Herrschaft Calbe und blieb seit 1450 mit dem Hof zu Berge vereinigt bis die Verpfändung an die Asseburgs aufgehoben wurde. Damals fiel es dem Hause Zichtau Alte Seite zu, mit dem es bis zum Verkauf 1812 vereinigt blieb. Erst jetzt entstand in ein Rittersitz in Schenkenhorst. Der Begründer war Levin Ludolf II. v. Alvensleben (1654-1702), Ritterschaftsdirektor und Kriegskommissar der Altmark, vermält mit Anna Lucia v. Alvensleben a.d.H. Isenschnibbe (1656-1720). Erst die Witwe vollendete nach dem Tode ihres Gatten, 1705, das von ihnen errichtete Herrenhaus, dessen Portal mit den Allianzwappen des Erbauerpaares geschmückt ist.

Der älteste Sohn, Busse Dietrich I. v. Alvensleben (1687-1726) folgte 1702 im Besitz von Calbe, Schenkenhorst und Rogätz . Seine Frau war Luise Amalia v. d. Werder a.d.H. Gröbzig-Werdershausen (1683-1766), eine Schwester der Hausfrau in Berge. Beide lebten und starben in Schenkenhorst. Dort in der Kirche wurden sie auch beigesetzt. Der einzige Sohn, Levin Ludolf IV. (1715-1750) heiratete seine Cousine Anna Hedwig v. Alvensleben (1721-1772), Tochter Valentin Joachims III. auf Zichtau, wurde dessen Lehns- und Allodialerbe und vereinigte Zichtau mit Schenkenhorst, wie zu Zeiten seines Großvaters. Die Witwe verwaltete die Güter vom Tode des Gemahls 1750 bis zur Teilung 1770. Der Landrat Johann Friedrich VII. (1747-1829) erhielt Schenkenhorst und lebte dort mit seiner Gemahlin Sophie Eleonore v. Alvensleben a.d.H. Neugattersleben , die er 1772 heiratete, bis er 1787 seinen Wohnsitz nach Zichtau verlegte, das ihm durch den Tod seines Bruders Karl Ludolf, Konsistorialpräsidenten und Domdechanten zu Merseburg, zufiel. Allzu große freiwillige Opfer für die Befreiung des Vaterlandes führten zur Zwangsversteigerung von Schenkenhorst im Jahre 1812, die 10.250 Thaler erbrachte.

Zweimal wurde das Gut von den Alvensleben zurück erworben. 1815, drei Jahre nach der Versteigerung, kaufte Caroline v. Alvensleben, geb. v. Rohr, die energische Schwiegertochter Johann Friedrich VII., Schenkenhorst mit Zichtau Alter Seite wieder zurück, konnte es jedoch nicht lange halten. 1824 vertauschte Valentin Joachim IV. v. Alvensleben, Kommendator des Johanniterordens auf Erxleben I und Isenschnibbe, das Rittergut Kunrau im Drömling gegen Schenkenhorst, das näher an Gardelegen lag., um seine Isenschnibbeschen Güter abzurunden, verkaufte es aber nach kurzer Besitzzeit wieder.

Ludwig Alexander v. Alvensleben (1778-1842) - eine literarische Figur in Fontanes Roman "Schach von Wuthenau" - ist in Schenkenhorst geboren.

Literatur

  • Udo v. Alvensleben: Chronik der altmärkischen Burg Calbe an der Milde. Unveröffentlichtes Manuskript verfasst 1920-1960, S. 242-244.veröffentlicht unter dem Titel: Die Alvensleben in Kalbe 1324-1945, bearbeitet von Reimar v. Alvensleben, Falkenberg August 2010 (180 S.), S. 151-153.
  • Ulf Frommhagen: Schlösser und Herrenhäuser in der Altmark. In: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt. Heft 14. Mitteilungen der Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung e.V. Halle/Saale 2005, S. 215-252.