Burg Möckmühl

Stadt und Burg Möckmühl um 1700
Stadt und Burg Möckmühl um 1700

Die württembergische Burg Möckmühl beschirmte einst den Schnittpunkt mehrerer Zoll- und Geleitstraßen an der Einmündung der Seckach in die Jagst. Der wichtigste dieser Wege führte von Würzburg nach Wimpfen und war bereits den Römern zur Verteidigung des Limes von Bedeutung. Von wem die Burg angelegt wurde, ist unbekannt. Wahrscheinlich waren es die edelfreien Herren und späteren Grafen von Dürn, jedenfalls nicht die bereits um 1150 auftretenden und früh ausgestorbenen Herren v. Möckmühl. 1258, nach dem Tode Konrads von Dürn, gelangte die kurz zuvor (1251) erstmals erwähnte Burg an dessen Witwe Mechtild, letzte Gräfin von Lauffen (am Neckar), die Möckmühl achtzehn Jahre lang als Sitz und Leibgedinge behielt. Baukunst und Minnedichtung blühten im Umkreise dieses Paares. Romanische Reste der Wildenburg bei Amorbach gehen auf Konrad und Mechtild zurück. Die Minnesänger Gottfried v. Hohenlohe und Konrad v. Brauneck waren Verwandte des Hauses. Wolfram v. Eschenbach stand den Dürns nahe. Bei ihnen schuf er einen Teil seines ,,Parcival“. Albrecht Pilgrim v. Buchheim, Mechtilds Lehnsmann, vermutlich Verfasser von fünf Liedern der Manessischen Handschrift, ist 1274-1282 in ihrem Gefolge nachzuweisen. Durch Mechtilds Enkel, Graf Poppo von Dürn, vermählt mit Agnes von Hohenlohe, kam Möckmühl 1287 an die Familie seiner Frau, der es bis 1445 verblieb. Der Burgherr Albrecht von Hohenlohe (gest. 1338) tötete den Sohn des Bayernherzogs Ludwig 1290 im Turnier, was er durch große Stiftungen an Kirchen und Klöster zu sühnen suchte. Die Hohenlohe gründeten 1379 vor dem Burgtor ein Chorherrenstift, dessen Kirche beim Franzoseneinfall 1642 zerstört wurde. 

1445 an Kurpfalz gelangt, wurde Möckmühl 1451 Erbteil der Witwe des Kurfürsten Ludwig, die 1453 Graf Ulrich den Vielgeliebten von Württemberg heiratete, wodurch Burg und Stadt in der Folge an das Haus Württemberg fielen, was nicht ohne harte Konflikte abging. 1519 verteidigte Götz v. Berlichingen Burg Möckmühl als Vogt Herzog Ulrichs von Württemberg gegen den ,,Schwäbischen Bund" und geriet bei einem Ausfall in Gefangenschaft, worüber seine Aufzeichnungen berichten.

1781 erfolgte der Abbruch der Schlossgebäude, 1829 der Ankauf durch die Stadt, von der Gustav Hermann v. Alvensleben (1827-1905) a. d. Hause Woltersdorf, Kommandierender General des XIII. Armeekorps, die ,,Götzenburg" 1902 erwarb. Vermählt war Alvensleben mit Gabriele Frein v. Berlichingen-Jagsthausen, nachmals königlich preußischer Oberhofmeisterin (1911-1919).

Von ihm ausgebaut, überragt das Schloss mit dem heute hochgezogenen Giebel und sein stolzer Bergfried die Stadt Möckmühl und lenkt den Blick schon von fern auf sich. Im Fünfeck erbaut, erhebt sich die Burg, in die Stadtbefestigung durch Schenkelmauern einbezogen, mit Eckbastionen auf schmalem Felsrücken. Ältester Teil ist der runde Bergfried, heute Götzenturm genannt, ein mächtiges Mauerwerk. Die romanische Einsteigluke befindet sich in einer Höhe von dreizehn Metern. Auch der Nordwest-Turm ist alt. Die Schildmauer im Osten existiert nicht mehr. Um das Schlossgebäude und beide Türme legt sich die erhaltene Ringmauer der Burg. Eine Bogenbrücke führt in den Innenhof. Durch Stiche von M. Merian und D. Meissner ist der ursprüngliche Zustand überliefert.

Der durch den Artilleriebeschuss von 1945 stark beschädigte Bau wurde durch Achaz von Alvensleben (1888-1976) wiederhergestellt. Die Burg blieb noch bis 1996 im Besitz der Familie v. Alvensleben und wurde dann verkauft. Sie befindet sich weiter in Privatbesitz.

Literatur: Udo v. Alvensleben-Wittenmoor : Alvenslebensche Burgen und Landsitze. Dortmund 1960