ImageEpitaph für Margarete Katharina v. Platen, geb. v. Alvensleben (1610-1670)

Sie war eine Tochter von Gebhard Johann I. v. A. und heiratete 1631 den Hauptmann (späteren schwedischen Oberst)  Erasmus v. Platen, dessen Grabstein sich in der Schlosskapelle Erxleben befindet. Das Denkmal ist ebenfalls aus Sandstein hergestellt, dazu mit Alabasterbeiwerk versehen, und steht an der Südwand des Chores. Es stellt die Zeit als weibliche Gestalt dar, die oft für die Verstorbene selbst gehalten wird. Ihre Linke berührt ein Stundenglas, das neben einem Totenschädel auf einem Ständer ruht. Aus dem bewölkten Hintergrund strahlt das Jesuitenzeichen hervor. Zu beiden Seiten der Hauptfigur stehen in Muschelnischen zwei überlebensgroße Alabasterfiguren (Chronos und Engel), mit gebauschten Faltenwürfen. Über dem Mittelteil erhebt sich ein mit dem Alvenslebenschen Wappen geschmückter Flachgiebel, der von zwei ruhenden Engeln zu beiden Seiten gekrönt wird. Dichte Eichenlaubgehänge, z.T. schon abgebrochen, vervollkommneten ehemals das anziehende Bild. Unten am Sockel befindet sich außer einem Familienwappen (Platen) noch die Grabinschrift, ebenfalls in lateinischer Sprache. 

Wortlaut der Inschrift:

MARGARETHAE CATHARINAE ALVENSLEBIAE
ERASMI BAR. EIN. D. DE PLATEN COLONELLI CON-
JVGI QVAE PIETATE VIRTVTE ET PRVDENTIA OMNIBUS
SVI SEXVS VEL PAR VEL SVPERIOR PIE VT VIXIT MOR-
TVA EST .
 FRANCISCVS ERNESTUS COMES ET NO-
BILIS DOMINVS DE PLATEN SERENISSIMI ELECT.
ERN. AVG. DVC. BRVNS. ET LVNEB. PRINCIPIS OSNABR.
CONSILARIUS INTIMVS VICARIUS ET PROPRINCEPS OS-
NABR.
OPTIME DE SE MERITAE MATRI HOC MEMORIAE
EIUS ET GRATI ANIMI SVI MONVMENTVM FILIALI
AFFECTV POSVIT AN. CHR.
M . D . C . LXXXXIII.

Die am Fuße des Ständers angebrachte Signatur Tob.Wilh.Fec.1694 weist Tobias Wilhelmi (den Jüngeren) aus Magdeburg als Künstler aus. Das Epitaph ließ ihr Sohn Franz Ernst Graf v. Platen-Hallermund (1631-1709), Premierminister von Hannover, 1693  erst 23 Jahre nach ihrem Tode errichten. Auffällig ist, dass in diesem Epitaph jegliche christliche Symbolik fehlt – mit Ausnahme des Jesuitenzeichens. Die Verstorbene soll eine Zeit lang in Hildesheim gelebt und ihren Sohn Franz Ernst auf die dortige Jesuitenschule geschickt haben. Waren dieser und/oder seine Mutter zum katholischen Glauben konvertiert?

 

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Epitaph für Gebhard XXVII. v. Alvensleben (1676-1704) und Ehrengard v. d. Schulenburg (1676-1747) 

Gebhard XXVII v. Alvensleben war der Sohn von Gebhard Johann II. v. A. (1642-1700). Von 1701 bis 1703 baute er das neue, heute noch stehende Herrenhaus in Eichenbarleben, starb aber bereits mit 28 Jahren. Seine Witwe führte sehr tatkräftig die Vormundschaft für ihren einzigen Sohn Gebhard Johann IV. v. A. (1703-1763).  

Das Denkmal wirkt durch seine Geschlossenheit des Aufbaues. Die gesamte Fläche, die horizontal durch Pilaster in drei Felder geteilt ist, zeigt in ihrem mittleren Kernstück die Brustbilder des Verstorbenen und seiner Frau, die das Denkmal 41 Jahre vor ihrem Tode in Auftrag gab, in den beiden Seitenteilen trauernde Genien. Über diesen ruhen auf kleinen Gebälken schöne Putten, welche riesige Fruchtgehänge halten. Während oberhalb davon zwei reich verzierte Familienwappen (Alvensleben und Schulenburg) einen schönen Abschluß bilden, wird das untere Feld von einer ovalen Schriftkartusche eingenommen, deren ehemalige Goldinschrift inzwischen leider völlig verblaßt ist. Daneben auch hier zwei runde Barocksymbole, die die Auferstehung versinnbildlichen. Das Grabdenkmal trägt das Künstlerzeichen Michael Helwig fec 1709. Dieser leitete in Helmstedt eine Bildhauerwerkstatt. Sein Hauptwerk war das erneuerte Grabmal Kaiser Lothars in Königslutter. Er arbeitete für die Alvensleben auch in Erxleben , Eimersleben, Hundisburg und Zichtau   

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Epitaph für Johanna Friederike v. Alvensleben, geb. v. Alvensleben (1709-1727) 

Sie war eine Tochter von Johann August v. Alvensleben aus Erxleben II, heiratete 1726 Gebhard Johann IV. v. A. und starb bereits mit 18 Jahren im ersten Wochenbett. Das Kind, eine Tochter Christiane Eberhardine überlebte.

In der Mitte des Denkmals sieht man eine große von prächtigen Akantusranken eingefaßte Kartusche, deren Inschrift vom Leben und Sterben der Toten berichtet. Links und rechts davon zwei allegorische Figuren. Die Spitze des Denkmals bildet eine Frauengestalt, die auf dem linken Arm ein Kind trägt und zum Himmel schaut, möglicherweise die Verstorbene. Zu beiden Seiten und in der Mitte des Sockels befinden sich drei runde Barocksymbole, die den allzu frühen Tod der Verstorbenen versinnbildlichen: Fallender Baum. Im Sinken nicht vergangen. Adler aus den Flammen steigend: Um neu verjüngt zu prangen. Der Tod fliegt über ein Tal einer Kirche zu: Nach winken und verlangen.  Nach unten hin beschließen den Sockel üppige Akantgehänge mit herrlichen Rosen- und Sonnenblumenornamenten. Die Arbeit scheint aus der Schule von Michael Helwig zu stammen.