ImageEpitaph für Sophie Wilhelmine v. Alvensleben, geb. v. Hagen (1710-1742) 

Sie war die zweite Frau von Gebhard Johann IV. v. A., eine Tochter des Feldmarschalls Busso v. Hagen und starb an „Blutsturz“ vor der Geburt des 10. Kindes, das man ihr in das Grab legte. 

Das Epitaph fesselt durch seinen wunderbaren Aufbau. Die Mitte nimmt ein Sarg ein, auf dem ein Engel ruht. Etwas tiefer am Rande eines Sockels sitzen in Lebensgröße links Uranus und rechts ein Klageweib. Über dem Sarge erhebt sich ein schwungvoller Aufsatz mit einem herrlichen Schriftteppich, dessen Beschriftung schon stark verblaßt ist. Darüber folgt dann als Krönung ein Ölbild der Verstorbenen mit einem sterngeschmückten Kreuz. An dem unteren Sockel befinden sich die Wappen der Alvensleben und Hagen.

Der Bildhauer war Johann Jakob Hennicke aus Magdeburg. 

 

 

 

 

 

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Epitaph für Gebhard Johann IV. v. Alvensleben (1703-1763) 

Gebhard Johann IV. v. A. studierte in Leipzig, machte anschließend Bildungsreisen nach England und Frankreich, war Kammerherr am Hofe von August des Starken sowie Domherr in Magdeburg und ein Freund von Dichtkunst und Musik.  

Das Epitaph ist links der Tür angebracht. Das Schema des barocken Denkmals erscheint noch gewahrt, aber aufgelöst im Geiste des späteren 18. Jahrhunderts. Im Zentrum steht das Bild des Verstorbenen, das von Putten und einer Fülle von Ornamenten umrahmt ist. Die Tatsache, dass die bisher beobachteten Akantranken hier zum ersten Male durch Muschelornamente abgelöst werden, zeigt den Übergang vom Barock zum Rokoko an. 

Das Denkmal stammt ebenfalls von Johann Jakob Hennicke aus Magdeburg und hat große Ähnlichkeit mit dem von Hennicke gefertigten Epitaph für Christoph Daniel v. d. Schulenburg in Angern von 1763.

Literatur

  • Heinrich Bergner: Bau und Kunstdenkmäler des Kreises Wolmirstedt. Halle 1911, S. 53-58
  • A. Kowalke: Die Eichenbarlebener Kirche und ihr Epitaphienschmuck. Manuskript Schnarsleben (ohne Jahr - um 1930), 5 S.
  • Udo v. Alvensleben-Wittenmoor: Eichenbarleben. Unveröffentlichtes Manuskript (ohne Jahr), 28 S.
  • Udo v. Alvensleben-Wittenmoor: Grabmäler der Herren v. Alvensleben. Unveröffentlichtes Manuskript, 1957, 32 S.