Die Alvenslebenschen Grabdenkmäler in der Schlosskapelle Erxleben

Schlosskirche Erxleben Blick zum Altar - Vorkriegsbild
Schlosskapelle Erxleben: Blick zum Altar (um 1935)

Der Bau der Schlosskapelle St. Godehard in Erxleben wurde 1564 von Joachim I. (1514-1588) und Valentin v. Alvensleben  (1529-1594) auf Grund einer Stiftung Bussos des Reichen v. Alvensleben (1485-1534) begonnen. Am 9.9.1580 fand der erste Gottesdienst statt. Gebhard Johann II. v. A. (1642-1700) ließ die Kapelle 1674 erneuern, erweitern und das Begräbnisgewölbe darunter errichten. Nach der russischen Besetzung am 1.7.1945 kam es im Inneren der Kapelle und in den Grabgewölben zu Plünderungen und Vandalismus. 1952/53 begann die Wiederherstellung des Inneren und die Nutzung als katholische Kirche (bis 1996). 1998 gründete sich ein Förderkreis, der die weitere Renovierung vorantreibt und kulturelle Veranstaltungen in der Kirche organisiert. Die Kapelle ist reich mit Grabsteinen und Epitaphen aus vier Jahrhunderten ausgestattet: „eine Erinnerungsstätte eines ritterlichen Geschlechts von seltener künstlerischer Bedeutung“ (Dehio).

Blick vom Altar - Vorkriegsbild
Schlosskapelle Erxleben: Blick zur Orgel (um1935)

 

Die nachstehenden Beschreibungen der Grabdenkmäler fußen im Wesentlichen auf folgenden Quellen:

  • Gottlieb Leberecht Zarnack: Die Geschichte des hochadeligen Geschlechts derer von Alvensleben. Vier Bände. Eimersleben  1772-1776 (Handschrift)
  • Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichtliche Nachrichten von dem Geschlecht von Alvensleben und deren Gütern. Zweiter Theil Berlin 1819, Dritter Theil 1829
  • Ad. M. Hildebrandt: Die Grabsteine und Epitaphien adliger Personen in und bei den Kirchen der Altmark. Gardelegen 1868, S. 84-102
  • Udo v. Alvensleben-Wittenmoor : Grabmäler der Herren v. Alvensleben. Unveröffentlichtes Manuskript 1957, 32 S.
  • Marie-Luise Harksen: Die Kunstdenkmale des Kreises Haldensleben. Leipzig 1961, S. 267-273.
  • Inga Brinkmann: Grabdenkmäler, Grablegen und Begräbniswesen des lutherischen Adels – Adelige Funeralrepräsentation im Spannungsfeld von Kontinuität und Wandel im 16. und beginnenden 17. Jahrhundert. Berlin/München 2010 (Kunstwissenschaftliche Studien; 163), S. 216-230

Förderkreis Schlosskirche Erxleben

 

Grabstein Heinrichs XI. v. Alvensleben (+ 1484)

Er war der Vater von Busso dem Reichen aus der Roten Linie. Es handelt sich um einen Bildnisgrabstein mit der ganzen Figur des Toten und dem Alvenslebenschen Wappen in feiner Ritzzeichnung.

Die Umschrift in gotischer Minuskel lautet:

Anno d(omi)ni M cccc lxxxiiii ipso die mathei ap(osto)li obiit strenuus hinricus (d(ominus) de aluensleue hic sepultus illius anima in pace requiescat.

(Im Jahr des Herrn 1484 am Tag des Apostels Matthäus (21. September) starb der tüchtige Herr Heinrich von Alvensleben und ist hier begraben. Seine Seele ruhe in Frieden)

Heinrich wurde – wie später auch sein Sohn Busso – in der Alvenslebenkapelle im Kloster Mariental bei Helmstedt begraben. Von dort wurde sein Grabstein 1891 nach Erxleben gebracht. Er ist das älteste Grabdenkmal in der Schlosskapelle Erxleben.