Epitaph Gebhards XXI. v. Alvensleben (1556-1624)  und seiner Frau Elisabeth v. der Schulenburg (1561-1615)

ImageGebhard XXI. war der älteste Sohn von Valentin (1529-1594) und der Anna v. Veltheim und gehörte zur weißen Linie (Erxleben I). Das Denkmal ist 4,75 m hoch und 3,30 m breit und wurde um 1624 aus Holz im Stil der deutschen Spätrenaissance gearbeitet. Es stammt wahrscheinlich aus der Werkstatt von Ludwig Dehne aus Magdeburg, möglicherweise von Lulef Bartels. Dargestellt ist das Jüngste Gericht und die Auferstehung der Toten als Relief begleitet von kleinen bewegten Freifiguren von Engeln und Auferstehenden. Unterhalb der Säulen befinden sich die Wappen der Alvensleben und Schulenburg. Dem Denkmal wurden später die Bilder der Verstorbenen seitlich angefügt, die jedoch 1934 wieder entfernt und im Schloss Erxleben I aufgehängt wurden, von wo sie 1945 gerettet werden konnten (heute im Besitz von Busso v. A.-Wittenmoor).

Das Denkmal hat unter dem Vandalismus nach Kriegsende gelitten: Der thronende Christus und mehrere Engelsfiguren fehlen bzw. sind beschädigt, ebenso die ursprünglich in Gold auf schwarzem Grund gemalten Inschriften, deren Text jedoch überliefert ist. Die nebeneinander stehenden Inschriften lauteten:

Links: Anno 1624 am 14. Octob. Früh zwischen 8 und 9 ist der weilandt Wol Edler gestrenger und vhester Gebhardt v. Alvenschleben Valtins seel. Sohn uff Erxleben Erbgesessen im 68. jhar seines alters bei sinreichen Verstande von dieser welt durch den zeittlichen todt abgefordert undt am 25. Novemb. Alhier inn sein Ruchkemmerlein gesetzet, der barmherzige Gott wolle seiner seelen gnedig sein, undt ihn Sampt allen auserwheltn am Jüngsten tage eine Fröliche Auferstehung Ausz gnaden verleyhen.

Rechts: Anno 1615 den 14. Junii ist die weiland Edle und Vielehrentugendsame Fraw Elisabeht geborn von der Schulenburgk Gebhardt von Alvenschleben Valtins seligen Sohns auff Erxleben erbgesessen Eheliche Hausfraw im 54. Jahr ihres Alters nach dem sie durch einen sanften und selichen Abschied ihre Seele dem Liben Gott bevohlen, in Gott dem Herrn seliglich endschlaff, der Barmherige wolle deren Seele gnedig geruhen.

Unter der Inschriftentafel befindet sich eine Abschlusskartusche mit Knorpelornament und Engelköpfchen.

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Epitaph Gebhards XXI - Vorkriegsbild mit seitlich angehängten Bildern der Verstorbenen.
Die Bilder wurden 1934 entfernt und in Schloss Erxleben I aufgehängt.
 

ImageGrabstein für Eleonora Gertrud v. Platen (+ 1633)

Sie war die Tochter von Erasmus v. Platen (1590-1663) und der Margareta Katharina v. Alvensleben (1610-1670) und wurde nur 20 Tage alt. Die umlaufende Inschrift lautet:

ANO 1633 DE 23 AVG: 8 VORM. IST ELEONORA GERTRVD DES WOLLGEST: VEHS: VND MANNH: H: ERASM: PLATHE OBRIS: TOCHTER GBOHRN: VND DEN 12. SEPT: IN GODT SEHLIG ENDSCHL: S. ALT: 20 TAG: DER SEEL. GODT GNADE

Unten steht in einer Kartusche: SAP. 4. CAP. DER GERECHTE SO ER GLEICH ZV ZEITLICH STIRBT …

Oben befinden sich die Wappen der Platen mit Beischrift E.V.P. (Erasmus v. Platen) und der Alvensleben mit Beischrift M.C.V.A. (Margareta Catharina v. Alvensleben).

Der Stein steht auf einem Sockel an der Wand unterhalb der Kanzel, dürfte aber ursprünglich im Kirchenfußboden gelegen haben, da er eine Umschrift besitzt. In der Aufstellung von Hildebrandt (1868) ist er noch nicht erwähnt, sodass er wohl erst später (möglicherweise im Zuge der Renovierung der Kapelle 1879) wieder entdeckt und aufgestellt wurde.

 

 Grabstein für Joachim III. v. Alvensleben (1612-1645)

Er war der älteste Sohn von Gebhard Johann I. v. Alvensleben (1576-1631) und von Gertrud v. Veltheim (1585-1622), ein Enkel Joachims I.

Der 2,02 m hohe und 1,08 cm breite Stein besteht aus gelben Sandstein und zeigt die Figur eines geharnischten Ritters (eines schwedischen Cornetts?) – von Hildebrandt 1868 wie folgt beschrieben: „derselbe trägt Schnurr- und Knebelbart, auf dem Kopf eine Perücke, über den Harnisch eine Schärpe, an welcher ein kleeblattförmiges Medaillon mit den Buchstaben J. V. A. hängt, und an den Füßen hohe Reiterstiefel. Der mit Reiher- und Straußenfedern besteckte Helm ruht ihm zur Linken auf einem Tabouret. In der rechten Hand hält er einen Kommandostab, in der linken eine Citrone. Unten befinden sich in den Ecken die Wappen der Alvensleben und Veltheim; unter jedem steht der betr. Geschlechtsname. Die Umschrift lautet:

ANNO MDCXLV, DIE X DECEMB. // GENEROSVS AC PRAENOBILIS VIR DN. JOACHIMUS // AB ALVENSCHLEBEN BEATE ET // PLACIDE IN CHRISTO OBDORMIVIT AETATIS SVAE XXXIX. - “.

Da der Stein eine Umschrift besitzt, dürfte er ebenfalls ursprünglich im Kirchenfußboden gelegen haben und später am jetzigen Standort an der Ostwand aufgestellt worden sein – und zwar vor 1776, da der Stein bereits von Zarnack (Bd. IV, 1776, S. 373) erwähnt und beschrieben wird.

  

Grabstein für Erasmus v. Platen (1590-1663)

Er stammte aus Granskevitz auf Rügen, sein Vater war der Direktor des Hofgerichts zu Wolgast Wilken v. Platen, seine Mutter Dorothea v. Gagern. Um 1630 kam er als Hauptmann des Holkschen Regimentes nach Erxleben und heiratete dort 1631 Margarethe Catharina v. Alvensleben (1610-1670), die ältere Schwester von Joachim III., deren Grabmal sich in Eichenbarleben befindet. Von 1632 bis 1636 war er als Oberstleutnant und Oberst in schwedischen Diensten  und erhielt 1635 von der Königin Christine das durch Kriegsrecht erworbene Amt "Alt-Alvensleben" als Mannlehen, wodurch Erxleben offenbar vor weiteren Plünderungen und Zerstörungen bewahrt wurde. Über sein bewegtes, abenteuerreiches Leben gibt es einen ausführlichen Bericht in: Carl Gustav von Platen: Geschichte des Geschlechts v. Platen. Neuauflage 1986/89. Teil III, S. 656-662, der im wesentlichen auf seiner Leichenpredigt beruht.

Der Stein zeigt den Toten in ganzer Figur in Koller und Stulpenstiefeln, den Helm zu seinen Füßen. In den vier Ecken befinden sich die Wappen der Platen, Gagern (seine Mutter), Jasmund (Mutter seines Vaters) und  Segeberg, seiner Großmutter mütterlicherseits (nach der Leichenpredigt für Erasmus v. Platen, Helmstedt 1663).

Die umlaufende vertiefte Inschrift lautet: DER HOCHEDEL. GEBORNER GESTRENG: VND MANNVESTER ERASMUS VON PLATEN OBERSTER ZV ROS VND ZV FVS IST IM JAHR CHRISTI 1663 AM 15 MARTII. IN GOTT SELIG ENTSCLAFFEN VND LIEGET ALLHIE BEGRABEN SEINES ALTERS 73 IAHR.

Da der Stein ebenfalls eine Umschrift besitzt, dürfte er, wie der seiner Tochter und seines Schwagers Joachim III., zunächst im Kirchenfußboden gelegen haben. In der Aufstellung von Hildebrandt (1868) ist er noch nicht aufgeführt, so wird er erst danach (vielleicht im Zuge der Kirchenrenovierung 1879) entdeckt und an der Westwand der Kapelle aufgestellt worden sein.