ImageEpitaph für Matthias III. v. Alvensleben (1644-1670)

Er war der zweite Sohn von Joachim III. und Ehrengard v. der Schulenburg (1611-1677) und starb während eines Studienaufenthaltes in Paris, wo sich auch sein Grab befindet.

Das Denkmal hat einen holzgeschnitzten Aufbau im späten Knorpelstil mit einem gemalten Brustbild des Toten in der Mitte. Das Bild wird umrahmt von den sechzehn Ahnenwappen des Verstorbenen (die noch zu identifizieren sind). Seitlich des Ölbildes zwischen gedrehten, von Weintrauben umwundenen Säulchen stehen zwei Figuren, die die Tugenden darstellen; zwei weitere befinden sich an den Seiten oben, von denen die rechte jedoch fehlt. Unterhalb des Bildes befand sich ein Alvenslebensches Wappen, das ebenfalls fehlt. Die Inschrift unterhalb des Wappens beinhaltet einen Psalmenspruch. Darunter steht in einer reich verzierten, von Engeln flankierten Kartusche die folgende Inschrift:

ANNO 1670 DEN 24. MARTII IST DER WEYLAND WOHLGEBORNE HERR MATTHIAS VON ALVENSLEBEN JOACHIM SEEL: SOHN AUF ERXLEBEN ETC: ZU PARIS AM FIEBER SELIG GESTORBEN VMD IN DER VORSTADT S. GERMAIN AUF DER HUGONOTTEN KIRCHOFS BEGRABEN: ALT. 26 JAHR 2 MONAT 8 TAGE ZU WESSEN GEDECHTNIS SOWOL DIESES ALS DAS ZU PARIS AUF ERWÄHNTEN KIRCHHOFFS BEFINDLICHE EPITAHIUM SEINEM SELIGEN BRUDER AUS SCHULDIGKEIT TREU AUFRICHTEN LASSEN GEBH. JOH. V. ALVENSLEBEN. VIXIT QUI BENE.

 

Epitaph für Gebhard Johann II. v. Alvensleben (1642-1700)

Er war der ältere Bruder von Matthias III, war dreimal verheiratet und hatte neun Kinder.

Das Denkmal hat einen typischen barocken Aufbau bestehend aus weißem, rotem und schwarzem Marmor. Im Mittelpunkt stehen die auf Holz gemalten, ovalen Brustbilder des Verstorbenen, seiner drei Frauen Augusta Christina v. Alvensleben (1651-1691 - Mitte), Ursula v. Mandelsloh (1667-1697 - links) und Catharina v. Bartensleben (1663-1725 - rechts). Die kleineren ovalen Bilder stellen die Kinder der Verstorbenen dar: Joachim Renatus Leberecht (1696-1699) unter Ursula v. Mandelsloh, Anna Ursula Catharina (1699-1717) unter Catharina v. Bartensleben. In der unteren Reihe von links nach rechts Joachim (1672-1679), Agnes Christina (1675-1692), Gebhard XXVII. (1676-1704), Augusta Ehrengard (1677-1725), Johann August I. (1680-1732), Sophia Charlotta (1682-1739), Helena Dorothea (1684-1748).

Den Abschluss oberhalb des Bildes von Gebhard Johann bildet eine Krone, darüber das Alvenslebensche Wappen. Unterhalb der Bildergruppe sind die Wappen der drei Frauen: Mandelsloh, Alvensleben und Bartensleben angebracht. Die Gemälde werden durch korinthische Doppelsäulen mit gebrochenem Giebel eingerahmt, auf dessen Schrägen Genien mit Büchern sitzen, außen umrankt von Akanthusranken mit Trauergenien. Den unteren Abschluss bildet eine akanthusumrankte ovale Kartusche mit den Lebensdaten des Verstorbenen in lateinischer Sprache. Das Epitaph ist eine Arbeit des Helmstedter Bildhauers Michael Helwig.

 

 Epitaph der Helene Dorothea v. Alvensleben (1689-1711)

Sie war die erste Frau von Johann August I. – Erxleben II (1680-1732) und eine Tochter von Johann Friedrich I. v. Alvensleben auf Zichtau und der Elisabeth Sophie v. Bülow. Sie starb bei der Geburt ihres vierten Kindes.

Das Epitaph zeigt die Verstorbene auf einem Sarkophag liegend mit ihren vier Töchtern – dargestellt als Putten mit Monogrammkartuschen. Oben befindet sich das Alvenslebensche Allianzwappen, das von zwei Löwen gehalten wird, dazu die Sprüche:

Siehe, hier bin ich und die Kinder die mir der Herr gegeben hat 

sowie

Ich liege und schlaffe u. erwache, denn der Herr hält mich.

Unten ist eine Schriftplatte mit den Lebensdaten der Verstorbenen in lateinischer Sprache – flankiert von zwei sitzenden Freifiguren, links der Glaube, rechts die Liebe. Der Gesamtaufbau in weißem Marmor und Schiefer ist streng und sparsam – was möglicherweise die Einstellung ihres Mannes widerspiegelt, der für sich selbst jeden Aufwand bei seiner Beerdigung und die Errichtung eines Epitaphs ablehnte (Wohlbrück III, S. 297).

Der Figurenstil lässt eine Arbeit Michael Helwigs erkennen.  

 

Epitaph Gebhard Johann III. v. Alvensleben (1667-1738) und seiner Frau Augusta Ehrengard (1677-1725)

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Er war der jüngere Sohn von Gebhard Christoph v. Alvensleben (1631-1690) und seiner Frau Sophia Magdalena v. Buchenau (1625-1698) und gehörte zur weißen Linie. Seine Frau war eine Tochter von Gebhard Johann II. v. Alvensleben (1642-1700) und von Augusta Christina v. Alvensleben (1651-1691), deren Epitaph sich an der gegenüberliegenden Westseite der Kapelle befindet.

Das Monument - bestehend aus weißem Marmor und Schiefer -  ist 4,00 m hoch und 2,90 m breit und hat einen zweigeschossigen Barockaufbau mit üppigem Akanthus- und Palmwedelornament. Im unteren Geschoss befinden sich nebeneinander zwei ovale Inschrifttafeln, im oberen Geschoß die ovalen Brustbilder der Toten in Öl auf Kupfer. Seitlich von ihnen sitzen vor rahmenden Pilastern zwei weinende Engelkinder auf gebrochenen Segmentgiebeln. Daneben stehen zwei Frauenfiguren, links die Liebe, rechts die Stärke. Auf dem das ganze bekrönenden gebrochenen Segmentgiebel sitzen zwei weibliche Figuren, links der Glaube, rechts die Hoffnung, zwischen ihnen das Alvenslebensche Wappen. Das Epitaph zeigt in Aufbau, Ornament und Figurenstil die Art des Helmstedter Bildhauers Michael Helwig.

Die Inschriften lauten:

Links: Der Weyland Hochwolgebohrene Herr Hr. Gebhard Johann von Alvensleben Auf Erxleben und Isernschnibbe Hochfürstl. Braunschweig-Lüneb. Gewesener Hauptmann ist zu Erxleben d. 8. August 1667 zur Welt gebohren und hat dieselbige mit vielfältiger Erfahrung, dass wir darinnen Angst haben nach 30jährigen gesegneten Ehestande mit der weyland Hochwolgeb. Frau Augusta Ehrengard von Alvensleben auch nach rühmlich geführten Leben und seelisch erreichten Ende den 26. Jul. Anno 1738 alt 70 Jahr 50 Wochen glücklich hinwiederum verlaszen. Psalm 17 V. 15. Ich will schauen …

Rechts: Der Weyland Hochwolgebohrenen Frauen Fr. Augusta Ehrengard gebohrenen und vermählten von Alvensleben, welche zu Erxleben den 11. September 1677 gebohren den 29. Nov. 1695 verheyrathet, und in fast 30 jährigen Ehestande von fünf Söhnen und vier Töchtern beglückte Mutter worden, Endlich aber da selbst den 24. Julii 1725 im 48 Jahr Alter zu unvergesslichen Leid der ihrigen und vieler Bekandten seelig verstorben hat Dieses Danck- und Ehrenmahl aufrichten laszen Ihr Sie noch im tode liebender EH-Gemahl Gebhard Johann von Alvensleben. Appocal. 14. V. 13. Selig sind die Todten …

 

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Epitaph der Agnes Sophia v. Alvensleben (1695-1749)

Sie war die zweite Frau von Johann August-Erxleben II (1680-1732) und Tochter des Ministers Johann Friedrich II. auf Hundisburg (1657-1728).

Das Monument aus schwarzem, grauem und weißem Marmor ist 4,10 hoch und 2,25 m breit und hat einen reichen schlanken Aufbau im Stil des entwickelten Rokoko. Zwischen zwei Pilastern in einem von einem Putto getragenen Rahmen befindet sich das Brustbild der Toten, eine sehr gute Malerei in Öl auf Kupfer. Der Putto sitzt auf einem Sockel, an dem das von zwei Löwen gehaltene Alvenslebensche Wappen angebracht ist. Über dem Bild steht in einer Rocaillekartusche die Jahreszahl 1750.

Die Seiten des Mittelteils sind durch Draperien, Räucherkannen, Putten und Rocaille gerahmt. Auf dem geschwungenen, reich profilierten Giebel befinden sich zwei schlafende Putten und die Halbfigur eines Engels mit einer heraldischen Krone. Den unteren Abschluss des Epitaphs bildet eine von reichstem Rocaillewerk gerahmte Inschrifttafel mit den Lebensdaten der Toten in lateinischer Sprache.

Das Epitaph ist eine ausgezeichnete Arbeit des Magdeburger Bildhauers J.J. Hennicke.