Epitaph Friedrich Augusts I. v. Alvensleben (1703-1783)  und seiner Frau Sophie Dorothea (1715-1788)

ImageEr war der zweite Sohn von Gebhard Johann III.-Erxleben I (1667-1738) und württembergischer Oberhofmeister. Seine Frau war eine Tochter von Johann August I. auf Erxleben II.

Das Epitaph besteht aus bemaltem Sandstein, ist 3,80 m hoch und 2,25 m breit und hat einen schlanken einfachen Aufbau im flachen Reliefstil des frühen Louis-Seize. Im Mittelteil befinden sich zwei nebeneinander stehende Inschriften mit den Daten der Toten, darüber die ovalen Brustbilder in Öl auf Leinwand. Unter den Inschriften ist zweimal das Alvenslebensche Wappen angebracht, links mit dem Johanniterkreuz und von der Kette des St. Hubertus-Ordens umgeben.

Wortlaut der Inschriften:

Links: Dem Hochwürdigen und Hochwohlgeb. Herrn, Herrn Friedrich August von Alvensleben, Herzoglich Württembergischer Oberhoffmeister, des Heil. Johanniter und Huberts Ordens Ritter auf Erxleben, Eimersleben, Isenschnibbe, Gardelegen, Weteritz, Polwitz und Cunrau Erbherren, gebohren den 6. Septembr. 1703. vermählt den 31 März 1739. gestorben den 13 Septembr. 1783.

Rechts: Der hochwohlgebohrenen Frau, Frau Sophie Dorothee gebohrenen und vermählten von Alvensleben, aus dem Hause Erxleben schwarzer Linie. Gebohren den 5. Oktobr. 1715. vermählt den 31. März 1739. verwittw. Den 13. Septembr 1783. gestorben den 1. Februar 1788.

Darunter: Sie ruhen in Frieden und ihre Seelen sind bey Gott. 

 

Gedenktafel für Friedrich August II. v. Alvensleben (1750-1813) und Porträt

Er war der ältere Sohn von Friedrich August I. Nach dem Tode seines Vaters 1783 erbte er Erxleben I und Eimersleben und baute in Erxleben das neue Schloss I. 1798 überließ er die Güter seinem Bruder Valentin Joachim. Er starb kinderlos 1813 in Berlin. Seine Witwe, Charlotte Friederike v. Freyberg, stiftete die marmorne Gedenktafel (Höhe 96,5 cm, Breite 72 cm). Sie war links neben dem Altar angebracht. Darüber  hing – in etwa gleicher Größe wie die Tafel - das Porträt des Verstorbenen in einem goldenen Rahmen, das jedoch nicht mehr vorhanden ist. Die Tafel erhielt nach 1945 einen neuen Platz hinter der Kanzel und trägt die nachfolgende kursive Inschrift:

 Friedrich August v. Alvensleben
weiszer Linie
des St. Johanniterordens Ritter
Erbherr
auf Erxleben, Eimersleben u. Garzau
gebohren zu Isenschnibbe den 11ten July
1750
gestorben zu Berlin den 23. July
1813.
Sein heller anspruchsloser Geist, Seine
innige Menschen Liebe die auf wahre
Religion sich gründete, und schöner Sinn
zur Wohltätigkeit mit edler Herzensgüte
verbunden, erwarben ihm die Liebe und
Achtung, aller Guten und Edlen. Seine
hinterlaszene, um ihn schmerzlich trauernde
Gattin, eine geb. von Freyberg, gründet
in dieser Kirche, von welcher er einst Mit-
Patron war,
hierdurch
sein Andencken.
 
 
 
 

 

 

Erinnerungstafeln für Bernhard (1812-1813) und Heinrich v. Krosigk (9.3. -19.11.1815) und deren Mutter Auguste v. Krosigk, geb. Gräfin v. Alvensleben (1791-1856)

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Auguste v. Krosigk war eine Tochter des Grafen Johann August Ernst v. A-Erxleben II . und mit dem späteren Generalleutnant Ernst Friedrich v. Krosigk verheiratet. Sie und ihre beiden früh verstorbenen Kinder wurden in der Schlosskapelle beigesetzt. Die Tafeln bestehen aus weißem Marmor mit goldenen Inschriften.

 

Epitaph mit Gedächtnisfenster für den Domdechanten Graf Johann August Ernst v. Alvensleben (1758-1827), seine Frau Caroline v. Rohr (1771-1816) und deren Sohn, dem preußischen Staatsminister Graf Albrecht v. Alvensleben (1794-1858)

ImageDas Epitaph bestand aus einem gemalten Gedächtnisfenster und einen Fensterrahmen aus weißem Marmor in spätklassizistischen Formen. Auf Pilastern steht links ein Engel mit Muschel und Kreuzstab und rechts ein Engel mit Buch und Kelch. In der Fensternische sind auf einem mit Reliefs geschmücktem Sockel die drei Marmorbüsten der Toten aufgestellt. Das Epitaph ist ein Spätwerk des Schadow-Schülers Christian Gottlieb Cantian (1794-1866), Berlin, der durch die Herstellung der Große Granitschale im Berliner Lustgarten (1826-31) berühmt wurde.

Unterhalb der Büsten befinden sich drei Inschriftentafeln und die gusseisernen Wappen der Verstorbenen.

Die Inschriften lauten: Im Grabgewölbe dieser Kirche ruhen in Gott bis zum tage der auferstehung

Links: Johann August Ernst Graf von Alvensleben domdechant zu Halberstadt, herzoglich braunschweigischer Staatsminister landtags-marschall der mark Brandenburg und des markgrafthums nieder-Lausitz, riter des rothen adler-ordens I. Klasse u.s.w. auf Erxleben, Uhrsleben und Eichenbarleben, geboren 6. august 1758 zu Erxleben, gestorben 27. september 1827 zu Erxleben.

Mitte: Dorothee Sophie Friederike Caroline Gräfin von Alvensleben geborene von Rohr aus dem Hause Tramnitz, geboren 27. october 1771 zu Magdeburg, vermählt 8. juli 1788 zu Magdeburg gestorben 12. März 1816 zu Berlin.

Rechts: Albrecht Graf von Alvensleben königl. Preuss. staats- und finanzminister kammerherrr, erbtruchsess im fürstenthum Halberstadt mitglied d. herrenhauses ritter des schwarzen adler-ordens u.s.w. auf Erxleben, Uhrsleben und Eichenbarleben geboren 28. märz 1794 zu Halberstadt gestorben 2 mai 1858 zu Berlin.

Ich bin die auferstehung und das leben u.s.w. Ev: Joh: Cap: 11, v: 25-26

 

Eine Abbildung des Denkmals ist in der Leichenpredigt des Grafen Albrecht v. Alvensleben , Berlin 1861 wiedergegeben.

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Die Glasmalereien haben die Nachkriegszeit nicht überstanden und wurden durch klare Scheiben ersetzt, worunter die Gesamtwirkung des Denkmals sehr gelitten hat. Die Einbeziehung einer Glasmalerei in ein Epitaph war eine originelle und gelungene Lösung für die Schlosskapelle, die bereits mit Epitaphen und Grabsteinen überfüllt war.

 

Siehe auch: Gedächtnisfenster in der Schlosskapelle Erxleben