ImageGrabstein für Werner III. von Alvensleben (gest. um 1504), Marienkirche:

Hildebrandt (1868, S. 49) beschreibt ihn wie folgt:  

Ein außen an der Nordseite aufgerichteter, anscheinend aus dem Ende des 16. Jahrhunderts herrührender, Grabstein ist bereits so verwittert, dass man von den die übliche Figur des Ritters zu beiden Seiten begleitenden Wappen nur noch mit Mühe die der Familien von Alvensleben, von Kotze oder Münchhausen, von Bartensleben und von der Schulenburg, - eine Inschrift aber gar nicht mehr erkennen kann. 

Werner III. v. A. (erw. 1492-1503) war ein Sohn von Gebhard XVIII. v. Alvensleben (urk. 1457-1492 als Burgherr der Isenschnibbe, Pfandbesitzer von Klötze, Kurfürstlich Brandenburgischer Rat und Hofmarschall). Er erbte die Burg Gardelegen gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Dietrich, war verheiratet mit Christine von Bülow, starb relativ früh und hinterließ als minderjährigen Sohn Gebhard XIX. v. A. Warum sich dieser Stein an der Marienkirche und nicht in der Nicolaikirche befindet, ist unklar. Möglicherweise waren Beisetzungen von Mitgliedern der Familie von Alvensleben in der Nicolaikirche zu dieser Zeit noch nicht die Regel.  

 

 

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Grabstein für Gebhard XIX. von Alvensleben (1491-1554), Nicolaikirche:

Hildebrandt (1868, S. 48) beschreibt den Stein wie folgt: Leichenstein Gebhard`s XIX. von Alvensleben, dessen geharnischte Figur sich auf demselben in erhabener Arbeit zeigt; auf dem Kopfe trägt er ein Barett, während der Helm zwischen seinen Füßen steht; die Linke ruht am Schwertgriff. In den Oberecken sind die Wappen derer von Alvensleben und von Bülow angebracht. Die oben links anfangende Umschrift lautet: An. Dni  1554 des mandages na. oculi. is vorscheden de erbar und erentfeste Gebhardt van alvensleve tho gardeleve dem godt genedigh und barmherzig sei. Die letzte Zeile steht auf der inneren Kante des erhabenen Randes auf der linken Seite; ebenda auf der rechten Seite liest man: SIN. OLDER. WAR  63. JAR. 

Gebhard XIX. v. A. war nach dem Tode seines Onkels Dietrich wieder alleiniger Herr auf Burg Gardelegen. Bereits 1522 bekannte er sich zur Reformation. Zu Pfingsten 1522, ein Jahr nach dem Wormser Reichstag, gestattete er dem damals aus der Stadt vertriebenen und verfolgten späteren Reformator Gardelegens Bartholomäus Rieseberg die Abhaltung des ersten evangelischen Gottesdienstes in seiner Kirche in Weteritz – ein risikoreiches Unternehmen, da sein Landes- und Lehnsherr Kurfürst Joachim I. von Brandenburg weiter an der katholischen Lehre festhielt und die Reformation bekämpfte. Im Jahre 1519 heiratete Gebhard XIX. v. A. Sophia von Arnim, einer Tochter des kurfürstlich Brandenburgischen Rates Valentin von Arnim auf Biesenthal und hatte mit ihr vier Söhne und drei Töchter. Von seinen Söhnen überlebte ihn nur der vierte Sohn Valentin I. v. A.