Aufnahme von Henning Krüger 20095. Grabdenkmal für Maria v. Alvensleben, geb. v. d. Schulenburg (1537-1581)

Maria v. A. war eine Tochter von Christoph v. d. Schulenburg aus Angern und der Anna v. Alvensleben aus dem Hause Calbe und die 3. Ehefrau des Elias v. Alvensleben, der 1569 in Rogätz starb. Sie wurde am 9.7.1537 geboren, verlebte ihren Witwenstand in Groß Engersen, starb am 9.8.1581 und wurde in der Kirche in Kalbe begraben.

Auch dieses Grabdenkmal hat mindestens 150 Jahre verborgen unter den Kirchenbänken gelegen und ist 1974 im südlichen Seitenschiff wieder aufgerichtet worden. Es zeigt die betende Verstorbene halbverschleiert iin Witwentracht. Links oben befindet sich das Alvenslebensche Wappen, rechts oben das Schulenburgische. 

Die Umschrift des Grabdenkmals lautet:

ANNO DEI 1581 DEN 9 AUGUST IST DIE EDLE UND VIELTUGENTSAME FRAU MARIA VON DER SCHULENBURG HERRN ELIAZ VON ALVENSLEBEN SELIGEN NACHGELASENE WIDWE IN GOT DEN HERRN ENTSCHLAFEN UND ALHIE BEGRABEN 

 

 

 

Aufnahme von Henning Krüger 20096. Grabdenkmal für Albrecht v. Pentz  (+1581)

Er war der Sohn des königl. span. Oberst und Pfandbesitzers des gräfl. Mansfeldischen Amtes Friedeburg. Joachim von Pentz und Margarethe v. d. Schulenburg. Wahrscheinlich war er in Friedeburg geboren. Verheiratet war er mit Magdalena Salome v. Alvensleben, Tochter des Elias v. Alvensleben. Gestorben ist er am 21.11.1581 in Kalbe.

Hildebrandt (1868, S. 17) beschreibt den Stein wie folgt: „Neben dem Eingang zur Sakristei ist ein kunstvoll gearbeiteter Denkstein in die Wand eingesenkt. Zwischen zwei, einen Rundbogen tragenden, verzierten Säulen steht ein schön geharnischter Ritter mit unbedecktem, bärtigen Haupt; sein Helm steht zwischen seinen Füßen; mit Rechten hält er einen Dolch, während die Linke sich auf die Hüfte stützt.  

Unten befindet sich auf einer ovalen Fläche die Inschrift:  ANNO 1581 DEN 21 NOVEMBRI. IST DER EDTLER GESTRENGER UNDT ERNVESTER ALBRECHT PENTZE IN GOT ENTSCHLAFEN DER SELE SIE GOT GNEDICH UNDT BARMHERTZIG. AMEN.

An den beiden Säulen zur Seite des Ritters sind folgende Wappen angebracht: 

  • 1) von Pentz                           2) von Alvensleben
  • 3) von der Schulenburg         4) von Veltheim
  • 5) von Bismark (?)                 6) von Gittelde (?)
  • 7) von Rohr                            8) von Cramm“  

Die Wappen auf der linken Seite sind die der Ahnen des Verstorbenen, die auf der rechten Seite die der Ahnen seiner Frau Magdalena Salome v. Alvensleben. 

 

Aufnahme von Henning Krüger 2009

7. Grabdenkmal für Anna v. d. Schulenburg, geb. v. Alvensleben

Sie war eine Tochter von Ludolf IX. v. A. (1510-1562) und der Gödel v. Bülow (+ 1555) und Schwester von Ludolf XI v. A. (1546-1589), in erster Ehe verheiratet mit Heinrich v. d. Asseburg auf Falkenstein (+ 1573) und danach mit Dietrich X. v. d. Schulenburg (1546-1591) auf Beetzendorf, Landeshauptmann der Altmark. Das Denkmal steht an der Nordwand des Altarraumes unmittelbar vor der Orgelempore, wird bei Hildebrandt nicht erwähnt und ist somit erst nach 1868 wieder entdeckt und aufgestellt worden.

Es erinnert an eine Frau aus der Familie v. Alvensleben, die mit einem "HEUPTMAN IN DER (Alte)NMARCK" verheiratet war und zwar im 16. Jhdt. Die Umschrift ist bis auf wenige Buchstaben und Wortteile vollständig zerstört, so dass Namen und Daten nicht mehr erkennbar sind. Bisher hat der Stein an einer Stelle gelegen, über die jahrhundertelang die Kirchenbesucher gegangen sind. Dargestellt ist eine betende Frau. Oben rechts ist das v. Alvenslebische Wappen erkennbar. Die Reste der Umschrift lauten:AN .. 15.................IST DIE EDEL ................ HEUPTMANN IN DER ............NMARCK EHELICHE HAUSFRAU IN GOT......................H WEIN WEIB (WENE) .............................................

Da links oben das Schulenburgische Wappen erkennbar ist, wird das Denkmal der Anna v. Alvensleben zuzuweisen sein, die seit 1573 mit Dietrich X. v.d. Schulenburg in zweiter Ehe verheiratet war. Links unten befindet sich das Wappen von Ilse v. Quitzow (1518-1591), der Mutter von Dietrich v. d. Schulenburg. Das nicht mehr erkennbare Wappen unten rechts dürfte der Mutter der Verstorbenen, Gödel v. Bülow, zuzuordnen sein.

Dass Anna 1583 gestorben ist, wie Wohlbrück (II, S. 472) meint, muss in Zweifel gezogen werden, da ihr Ehemann erst in den letzten Tagen des Jahres 1583 oder vielleicht Anfang 1584 zum Hauptmann der Altmark erwählt wurde, nachdem sein Bruder Albrecht, Hauptmann der Altmark, am 12. Nov. 1583 in Salzwedel erstochen worden war. Auch sind dem Dietrich v.d. Schulenburg nach 1583 Kinder geboren, z.B. eine Tochter am 22.07.1585, die aus der Ehe mit Anna geb. v. Alvensleben stammen werden, da Dietrich nach Annas Tod erst 1589 eine 3. Ehe eingegangen ist.

Anna, geb. v. Alvensleben wird im Kindbett gestorben sein. Darauf weist der Anfang des sonst völlig abgetretenen Spruches hin: Ein Weib (WENN) ... Hier könnte gestanden haben: Joh. 16,21: Ein Weib, wenn sie gebiert, hat sie Traurigkeit. Dieser Spruch ist oft Frauen, die im Kindbett gestorben waren, auf den Leichenstein geschrieben worden. Nach ihrer Verehelichung mit Dietrich v.d. Schulenburg hat Anna zunächst in Apenburg gewohnt. Nachdem ihr Ehemann Hauptmann der Altmark geworden war, siedelte das Ehepaar ins "Freihaus" am Dom zu Stendal über. Anna geb. v. Alvensleben wird nach 1585 gestorben sein. In der Kirche zu Kalbe wurde sie begraben. Sie hat wenigstens 4 Kinder gehabt, die sie überlebten. Das Grabmal von Dietrich v. d. Schulenburg und seiner dritten Frau Anna v. Kotze steht in der Nicolaikirche in Stendal.

 

8. Grabdenkmal für Ludolf XI. v. Alvensleben (1546-1589)

Es steht an der Nordwand des Altarraumes, ist bei Hildebrandt nicht erwähnt und somit erst nach 1868 wieder entdeckt und aufgestellt worden. Er war der erstgeborene Sohn Ludolfs IX. v. Alvensleben (siehe Nr. 2) und der Gödel v. Bülow, geb. 25.01.1546 in Salzwedel, gest. 17.07.1589 in Zichtau, begr. 30.07.1789 in Kalbe.

Wohlbrück (III, S. 65-66) charakterisierte ihn wie folgt: „Er führte den Namen des Reichen oder Stolzen, weil er viele Güter besaß und einen angemessenen Aufwand machte, des Rothen, weil sein Barth und sein Haar rötlich waren, und des Bösen, theils weil er als Gerichtsherr mit Strenge über Recht und Ordnung hielt, theils weil er seiner Temperamentshitze nicht immer Herr war. Dieser Unvollkommenheit wegen zeigte er sich, als ein übrigens redlicher, humaner, und wohlwollender Mann, oft mit sich selbst unzufrieden.“ 1583 brannte sein Haus auf der Burg Kalbe ab, das er sogleich wieder aufbaute.

Auf dem Grabstein ist er als Ritter in vollem Waffenschmuck schreitend dargestellt, zu seinen Füßen der Helm, wie Udo v. A.-Wittenmoor schreibt „ein Werk feinster Arbeit, wahrscheinlich von der Hand Jürgen Spinnrads aus Braunschweig.“ An den Ecken des Steins befinden sich die vier Ahnenwappen, links oben Alvensleben, rechts oben Bülow, links unten Moltke, rechts unten Maltzahn.

Das Grabdenkmal trägt folgende Umschrift:AR 1589 den 17. IULII IST DER EDLE GESTRENGE UND ERNTVHESTER LUDELOF VAN ALVENSLEVEN LUDOLFIS SELIGEN SON AUF CALBE DER LETZTE SEINER LINIAE IN 44 JAR SEINES ALTERS SELIGLICH IM HERRN ENTSCHLAFEN DESSEN SEHLE GOT GNEDIG SEI: AMEN