Grabdenkmal für Friedrich Wilhelm III. v. Alvensleben (1714-1757) in der Kirche von Wriedel bei Uelzen

Grabstein Friedrich Wilhelm v. AlvenslebenFriedrich-Wilhelm v. A. war der älteste Sohn von Johann August v. A. aus Erxleben II und Agnes Sophie v. Alvensleben aus Hundisburg . Er wurde am 16.7.1714 in Rogätz geboren und schlug eine militärische Laufbahn im kurfürstlich-braunschweigischen Heere ein. Im siebenjährigen Krieg war er Oberstleutnant im Breidenbachschen Dragonerregiment. Als solcher fiel er bei einem Gefecht mit der französischen Kavallerie in der Nähe von Wriedel. Über seinen Tod findet sich im Kirchenbuch von Wriedel  für das Jahr 1757 folgender Eintrag:

 "Den 6-ten December sind von unsers allergnädigsten Königs und Landesherrn, Herrn Georg des andern seine Truppen 3 Herrn Officiers in hiesiger Kirche in der Stille an einem Tage begraben, als:

 1. Die Leiche des Herrn Oberst-Lieutenant von Alvensleben, so mitten in der Kirche in dem Gange zwischen den Frauensstühlen begraben ist, an der Seite, wo sein Epitaphium auf einem Leichenstein eingehauen steht; neben ihm ist begraben

 2. die Leiche des Herrn Hauptmanns August Leopold von König; und nahe bei der ersten Kirchthür ist in der Kirche begraben

 3. die Leiche des Herrn Lieutenant von Thangel.

Alle diese drei Herrn sind Anno 1757 den 4-ten December, welcher war der 2te Advents-Sonntag, in einem Scharmützel geblieben, der am bewaldeten Lager in Wriedel seinen Anfang nahm und bis Ellerndorff continuirte, als von unsers allergnädigsten Königs seine Truppen die Avant-Garde einen Teil der Königl. Französischen Cavallerie, so um halb 1 Uhr von 3ten December des nachmittags bis um halb ein Uhr des folgenden nachmittags in Wriedel, Schatensen und Brockhöfe sich einquartiert hatte, beim Ausmarsche verfolgte."

Der Stein befindet sich jetzt im Turmeingang der Kirche. Auf dem Stein ist oben noch das Alvenslebensche Wappen erkennbar. Der obere Teil der Inschrift ist nicht mehr lesbar. Die drei untersten Zeilen lauten:

Hiob XIX V. XXV
Ich weiß das mein Erlöser lebt und er wird mich
hernach aus der Erde aufwecken.

 

Literatur:

Im Gutsarchiv Erxleben II, das im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Standort Wernigerode aufbewahrt wird, befindet sich unter der Signatur Rep. H 66, Nr. 7 eine Abschrift des vollen Wortlauts der Inschrift:
 
Alhier ruhen die Gebeine
des
Weyland Hochwohlgebohrenen Herrn
Friedrich Wilhelm von Alvensleben
Königlich Groß Brittannischen
und
Churfürstlich Braunschweig Lüneburgischen
Obrist Lieutnants
des
Hochlöblich Breidenbachischen Dragoner-Regiments
welcher
gebohren Anno 1714, den 16. July
und
Anno 1757, den $. Decbrs.
in dem Treffen
mit dem Königlich Französischen Corps
sein Leben eingebüßet
AEt! 43. Jahr 4. Mohnahte 18. Tage
 
Gott gebe dem in seinem Berufs Wohlseelig Ver-
storbenen eine sanfte Ruhe und dermaleinst
eine fröhliche Auferstehung.
Hiob Cap. 19 v. 25
Ich weiß daß mein Erlößer Lebet, und er
wird mich hernach aus der Erden auferwecken