Kirchenfenster in der Dorfkirche Hörsingen

ImageDas Dorf Hörsingen gehörte über viele Jahrhunderte zu Burg und Gericht Erxleben . Bereits in einer Urkunde von 1336 wird die Zugehörigkeit zur Burg Erxleben erwähnt.  Das Kirchenpatronat lag von 1562 bis 1945 zu zwei Drittel bei den Alvensleben weißer Linie in Erxleben I und zu einem Drittel bei der schwarzen Linie in Erxleben II.
 
Die Kirche ist romanischen Ursprungs. Sie dürfte aus einer einfachen Kapelle nach und nach zu einer Kirche erweitert worden sein. 1683 wurde das Schiff nach Osten verlängert. Die Emporen stammen aus dem 17. Jahrhundert. 1700 wurde die Nordempore bis zur Ostwand erweitert. Aus dieser Zeit dürften auch die Ölgemälde auf den Emporenbrüstungsfeldern stammen. Sie stellen Szenen aus dem Leben Christi dar.
 
1899 erfolgte eine umfassende Innenrenovierung. Bei dieser Gelegenheit erhielt das östlichste Fenster der Südseite eine Farbverglasung, ausgeführt von der Glasmalerei Ferdinand Müller in Quedlinburg. Es stellt das gräfliche Alvenslebensche Wappen von zwei Löwen gehalten dar und trägt die Inschrift: Johann Friedrich Graf von Alvensleben. 1899. Hierbei handelt es sich um den damaligen Kirchenpatron, den Botschafter Graf Johann Friedrich von Alvensleben aus Erxleben I. In einem weiteren Fenster war das Alvensleben-Wappen als Rundscheibe eingelassen mit der Inschrift Gebhard Christoff von Alvensleben. 1683, was auf die Erweiterung und Renovierung von 1683 hindeutete. Dieses Fenster ist noch bei Harksen (S. 393) beschrieben, aber heute nicht mehr vorhanden.
Literatur:
  • Bernhard Rudolf Behrends: Chronik des Kreises Neuhaldensleben. Zweite neubearbeitete Auflage, Erster Band. Neuhaldensleben 1890, Kapitel Chronik des Pfarrdorfes Hörsingen.
  • Marie-Luise Harksen: Die Kunstdenkmäler des Kreises Haldensleben. Leipzig 1961., S. 390-395.
  • Frank Laska: Die Glasmalereianstalt Ferdinand Müller von ihrer Gründung bis zum Jahr 1914. Quedlinburg 2009, 296 S.
 
 
 
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Kirche Hörsingen: Innenaufnahme
 
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Kirche Hörsingen