Die Wappentafeln in der Johanniterkirche in Sonnenburg (poln. Slonsk)

ImageIn der Johanniterkirche und im Schloß in Sonnenburg bei Küstrin sollen sich bis 1945 etwa 1300 Wappentafeln von Johannitterrittern befunden haben, die zwischen 1660 und 1942 gemalt und an den Wänden und Säulen angebracht wurden. Sie wurden 1945 zusammen mit dem Sonnenburger Archiv nach Warschau gebracht. 1988 verkaufte man 1140 Tafeln ins westliche Ausland, die schließlich als "Sonnenburg-Collection" nach Stockholm gelangten, um von dort weiterverkauft zu werden.

In den Kellern des Königsschlosses in Warschau fand man später weitere 140, z.T. stark beschädigte Tafeln. Von diesen restaurierte man 1998 neun Tafeln, die zunächst in das Museum in Landsberg/Warthe kamen und inzwischen wieder ihren Platz an den Säulenpfeilern der Johanniterkirche in Sonnenburg erhielten. Darunter befinden sich zwei Tafeln, die aus der Familie v. Alvensleben stammen, und zwar von Friedrich Adam a.d.H. Isenschnippe (1666-1720) und Gebhard Johann V. a.d.H. Erxleben I (1701-1747).

In der "Sonnenburg-Collection" in Stockholm befanden sich drei weitere Tafeln aus der Familie v. Alvensleben, und zwar von Friedrich August-Erxleben I (1703-1787), Georg-Hundisburg (1767-1811) und Graf Albrecht v.A.-Schönborn (1848-1928). Wo sie geblieben sind, läßt sich nicht mehr nachvollziehen.

Eine größere Zahl von Tafeln, die in Polen geblieben sind, bleibt verschollen, darunter die Herrenmeistertafeln von ImageFriedrich v. Alvensleben (urk. 1301-12), dem letzten Meister des Templerordens in Deutschland, und von  Busso V. v. Alvensleben (urk. 1393-1432).

Literatur:

  • C. Mund: Alphabetisch geordnetes Vereichnis der in der Johanniter-Ordenskirche zu Sonnenburg vorhandenen Wappentafeln nebst historischen und genealogischen Anmerkungen. Küstrin 1869.
  • Riddarvappen fran Sonnenburg. Ett Aterfunnet Krigsbyte. En Utställing i Samproduktion Mellan. Statens Historiska Museum och Riddersbergs Säteri. (Begleitheft zur Ausstellung der Wappentafeln aus Sonnenburg in Stockholm), 1991 (99 S.)
  • Blazej Skazinski: Das Schicksal der Johanniterdenkmäle. In: Die Johanniter und ihr Herrenmeister Johann-Moritz von Nassau-Siegen (1604-1679). Gorzow Wlkp. (Landsberg/Warthe) 2006, S.169-173. 
  • Reimar v. Alvensleben: Friedrich v. Alvensleben. Letzter Meister des Templerordens in Alemanien und Slawien. Falkenberg bei Fürstenwalde, Oktober 2007 (24 S.).
  • Reimar v. Alvensleben: Identifizierung der Herrenmeisterwappen im Deckengewölbe der Johanniterkirche in Sonnenburg. Falkenberg 2011. veröffentlicht in: Oststernberger Heimatbrief 1/2013, S. 22-28.