Kuno v. Alvensleben (1588-1638)
Domherr zu Magdeburg und Mitglied der "Fruchtbringenden Gesellschaft"

Kuno wurde als vierter Sohn des Magdeburgischen Hof- und Landrats Gebhard XXII. v. Alvensleben (1543-1609) und der Helena Hahn (+1591) in Friedeburg geboren. Im Alter von sechzehn Jahren ging er mit seinem älteren Bruder Gebhard XXIII. auf die Universität Wittenberg und studierte dort vier Jahre Jura und Philosophie. Von 1608 bis 1610 unternahm er unter Leitung eines Hofmeisters ein Bildungsreise nach Italien.

Nach dem Tode seines Vaters 1610 erbte er u. a. das Gut Randau und wurde Domherr in Magdeburg, wo er seinen Wohnsitz nahm. Als Freund italienischer Kultur machte er 1614, 1622 und 1630 noch drei weitere Reisen nach Italien. Im Jahre 1624 wurde er in die Fruchtbringende Gesellschaft unter dem Namen des Reifenden aufgenommen. Als Sinnbild bekam er Mispeln und den Sinnspruch „Mit Zeit und Stroh“ nach dem italienischen Sprichwort: Col tempo e colla paglia si maturando le nespole. 

Das Domkapitel setzte ihn in verschiedenen diplomatischen Missionen ein – u.a. zum Kaiser in Wien. Nach der Eroberung und Zerstörung von Magdeburg 1631 durch die kaiserlichen Truppen, die zugleich auch das Gut und Dorf Randau verwüsteten, wurden die evangelischen Domherren durch Katholiken ersetzt. Erst 1637 konnte das evangelische Domkapitel seine Arbeit wieder aufnehmen. Kuno war zu dieser Zeit Senior des Domkapitels, starb aber schon am 13.3.1638 im Alter von 50 Jahren und wurde am 7. Mai 1638 in der Schlosskirche zu Wittenberg beigesetzt. Dort befindet sich noch sein Grabdenkmal mit sechzehn Ahnenwappen an der Außenwand des Chores. 

Literatur: Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichtliche Nachrichten von dem Geschlecht von Alvensleben und dessen Gütern. Dritter Theil, Berlin 1829, S. 106-110.

Grabdenkmal in der Schlosskirche Wittenberg