August Friedrich Wilhelm v. Alvensleben (1775-1819)
Husarenmajor und Freiheitskämpfer

ImageAugust v. Alvensleben wurde am 9.3.1775 als zweiter Sohn des Kammerherrn Johann Friedrich IX. v. Alvensleben (1736-1819) auf Vienau und Redekin und der Schauspielerin Friederike v. Klinglin (1749-1799) in Vienau geboren. Er hatte noch sechs Geschwister, darunter der spätere Landrat Eduard v. Alvensleben (1787-1876). Am 10.9.1797 heiratete er Charlotte Gräfin v. Schlippenbach (1777 -1831) auf Schönermark bei Prenzlau. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder hervor, darunter der spätere Schriftsteller Ludwig v. Alvensleben (1800-1868).

Im Herbst 1791 trat er in das Regiment Leib-Carabiniers ein und wurde im Mai 1792 als Fahnenjunker auf seinen Wunsch zum Dragoner-Regiment Markgraf von Ansbach-Bayreuth versetzt, weil er den Feldzug am Rhein mitmachen wollte. Im Oktober 1792 wurde er Fähnrich und im Juli 1794 Sekondeleutnant. Nach seiner Heirat nahm er 1799 seinen Abschied und lebte in Schönermark, dem Gut seiner Frau.

Im Frühjahr 1809 beteiligte er sich am Aufstand des Major Schill gegen die napoleonische Besatzung. Er schloss sich den Schill’schen Truppen am 23./24.5.1809 in Rostock an. Dieser setzte ihn in Stralsund zunächst als Leiter einer Art vorläufigen Verwaltung ein, an die sich sämtliche Behörden zu wenden hatten. Am 31.5.1809 schickte ihn Schill mit einem Schiff nach England, um Hilfe zu holen. Er wurde aber von dänischen Schiffen abgefangen und saß eine Zeit lang auf der Zitadelle in Kopenhagen im Gefängnis. Stralsund wurde noch am 31.5.1809 von den überlegenen napoleonischen Truppen gestürmt, wobei Major Schill sowie Augusts Vetter Karl Ludwig v. Alvensleben aus Berge bei Gardelegen fielen. Sein Bruder Ferdinand (1782-1862) und sein Vetter Busso (1792-1879) aus Zichtau , die ebenfalls am Aufstand teilnahmen, konnte aus Stralsund entkommen.

1812 ging August in russische Dienste und beteiligte sich in St. Petersburg und Mitau (Kurland/Lettland) zusammen mit dem damaligen Oberstleutnant Graf von der Goltz an der Aufstellung der Russisch-Deutschen Legion. Er trat als Escadronschef in das 2. Husarenregiment der Legion ein und nahm als solcher am Befreiungskrieg 1813/14 teil. Außerdem war er zeitweise General-Adjudant des Feldmarschalls Graf Wallmoden-Gimborn (1769-1862), Kommandant des Hauptquartiers und Brigademajor. Nach Beendigung des Feldzuges wurde die Russisch-Deutsche Legion am 18.4.1815 aufgelöst und in reguläre Verbände überführt.  Im Februar 1815 erhielt August das Patent als Preußischer Major, wurde zunächst dem Hauptquartier des Fürsten Blücher, dann dem 2. Westfälischen Landwehr-Kavallerie-Regiment zugeteilt und befand sich seit Dezember 1816 als Major im 5. pommerschen Husaren-Regiment (Blücher) in Stolp. Dort starb er am 1.5.1819 an einem Gallenschleimfieber (Typhus) im Alter von 43 Jahren.

Das Porträt zeigt August v. Alvensleben in der Uniform eines Offiziers der Husaren der Russisch-Deutschen Legion, deren Offiziere das Recht, diese Uniform zu tragen, behalten hatten. Die Orden sind von links nach rechts:

  • Königreich Preußen: Kriegsgedenkmünze für die Befreiungskriege;
  • Kaiserreich Russland: Sankt-Vladimir Orden; Verleihung 1813
  • Kaiserreich Russland: St. Annen-Orden; Verleihung 1813
  • Kaiserreich Russland: Ehren-Medaille zur Erinnerung an den Vaterländischen Krieg 1812.

 Literatur

  • Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichtliche Nachrichten von dem Geschlechte von Alvensleben und seinen Gütern. Dritter Theil. Berlin 1829, S. 429-431
  • E. Freiherr Binder von Krieglstein: Ferdinand von Schill. Ein Lebensbild. Berlin 1909; S. 181, 224
  • Berthold von Quistorp: Die Kaiserlich Russisch-Deutsche Legion. Berlin 1860
  • Reimar v. Alvensleben: Der Aufstand von Major Schill und die Altmark. Altmark-Blätter. Heimatbeilage der Altmarkzeitung. 20. Jahrgang Nr. 42 u.43 vom 17. u. 24.10. 2009, S.465 ff.