Friedrich Joachim v. Alvensleben (1833-1912)
Landrat des Kreises Neuhaldensleben

Friedrich Joachim wurde am 10.11.1833 in Erxleben geboren. Er war der älteste Sohn von Ferdinand Graf v. Alvensleben (1803-1889), Besitzer der Güter Erxleben I und Eimersleben, und Pauline v. der Schulenburg (1810-1882) aus Priemern und hatte acht Geschwister, darunter den Botschafter Friedrich Johann Graf v. Alvensleben (1836-1913) und die Äbtissin des Klosters Stift zum Heiligengrabe Margarethe v. Alvensleben (1840-1899). 1863 heiratete er Clara Elisabeth v. Krosigk (1844-1916) aus Poplitz. Aus dieser Ehe gingen vier Töchter hervor. 

Seit 1847 besuchte er die Ritterakademie in Brandenburg/Havel, wechselte dann an das Pädagogium in Halle, wo er 1852 das Abitur machte. Danach absolvierte er seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger beim 7. Husaren-Regiment in Bonn und studierte von 1853 bis 1855 Rechtswissenschaften an den Universitäten Bonn und Berlin. 1855 machte er seine Auskultatorprüfung und arbeitete anschließend als Auskultator beim Stadt- und Kreisgericht in Magdeburg. Nach bestandenen Referendarexamen erhielt 1858 eine Anstellung bei der Regierung in Merseburg. 1863 kam er als Regierungsassessor nach Magdeburg zurück, verwaltete ab August 1863 das Landratsamt in Neuhaldensleben zunächst kommissarisch und erhielt  Ende 1863 die Bestallung als Landrat – ein Amt , das er 37 Jahre bis zum 1. Januar 1901 innehatte. Nach 25jähriger Tätigkeit wurde er zum Geheimen Regierungsrat ernannt. Er war seit 1896 Ritter und seit 1898 Kommandeur des Deutschen Ordens der Balley Utrecht. Seit 1893 hielt er sich wegen seiner angegriffenen Gesundheit mehrfach längere Zeit in Südfrankreich auf, wo er am 26.12.1912 in Nizza starb. 

ImageFriedrich Joachim v. Alvensleben erwarb sich Verdienste beim Ausbau des Straßen- und Wegenetzes, der Verbesserung der Landwirtschaft sowie bei der Umsetzung der Einkommenssteuer-, Krankenkassen-, Alters- und Invalidenversicherungsgesetze in seinem Kreise. Im Nebenamt war er Direktor der Feuersozitätsdirektion des Kreises Neuhaldensleben. In einem Bericht heißt es, dass Alvensleben  sich „dem Wohl  des ihm anvertrauten Kreises mit voller Hingebung gewidmet und das Vertrauen und die Achtung der Kreiseingesessenen, sowie die Zufriedenheit der Vorgesetzten erworben“ habe.  

Literatur

  • Hellmut  Kretzschmar: Geschichtliche Nachrichten von dem Geschlecht von Alvensleben seit 1800. Burg 1930, S. 9-10.
  • Walther Hubatsch (Hrsg.): Grundriß der deutschen Verwaltungsgeschichte, Reihe A, Bd. 6, 1975, 66 (B).
  • Magdeburger Biographisches Lexikon. Magdeburg 2002, S. 8