Friedrich Johann v. Alvensleben (1836-1913)
Botschafter, Mitglied des preußischen Herrenhauses und Ritter vom Schwarzen Adlerorden
 
Friedrich Johann wurde am 9.4.1836 in Erxleben als zweiter Sohn von Ferdinand Graf v. Alvensleben (1803-1889) auf Erxleben I und von Pauline v. der Schulenburg (1810-1882) aus Priemern geboren. Er heiratete am 14.5.1897 Berta v. Roeder (1842-1914), Witwe des Generals Rudolf v. Winterfeld. Die Ehe blieb kinderlos. Sein älterer Bruder war Friedrich Joachim  v. Alvensleben (1833-1912), Landrat des Kreises Neuhaldensleben von 1863 bis 1901. Seine Schwester Margarethe v. Alvensleben (1840-1899) war von 1893 bis zu ihrem Tode Äbtissin des Stiftes Heiligengrabe. 

Friedrich Johann v. Alvensleben machte am Pädagogium in Halle das Abitur, studierte in Bonn und Berlin Jura und trat nach einer Tätigkeit als Auskultator und Referendar 1861 als Gesandschaftsattache in Brüssel in den diplomatischen Dienst. 1863 bestand er das diplomatische Examen. Es folgten Tätigkeiten als Legationssekretär in Stuttgart, München, Dresden, St. Petersburg und Washington. 1871 wurde er in das Spezialbüro des Reichskanzlers Bismarck berufen. Die weiteren Stationen waren 1872 Botschaftsrat in St. Petersburg, 1876 Generalkonsul in Bukarest, 1879 Ministerresident in Darmstadt, 1882 Gesandter in den Haag, 1884 in Washington, 1888 in Brüssel und schließlich von 1900 bis 1905 Botschafter in St. Petersburg. Die letzten Jahre seines Lebens widmete er sich der Bewirtschaftung seiner Güter Erxleben I und Eimersleben, die ihm bei der brüderlichen Teilung durch Los zugefallen waren. Er starb am 16.9.1913 in Erxleben. 

Freidrich Johann Graf v. Alvensleben (1836-1913)Nach dem Urteil des Reichskanzlers Bismarck war er einer seiner fähigsten Mitarbeiter im Auswärtigen Amt. Er schlug ihn deshalb 1890 als Nachfolger seines Sohnes Herbert von Bismarck zum Staatssekretär im Auswärtigen Amt vor. Trotz dringender Vorstellungen des Kaisers, Caprivis und Herbert von Bismarcks lehnte er die Übernahme dieses Amtes ab, ebenso 1893 den Botschafterposten in Washington. Als Botschafter in St. Petersburg distanzierte er sich in dem Bestreben, gegen Deutschlands Isolierung anzukämpfen, mehrfach von den politischen Methoden des Auswärtigen Amtes in Berlin. Als er mit 69 Jahren nach 45jähriger Dienstzeit in den Ruhestand ging, erhielt er den Schwarzen Adlerorden , die höchste preußische Auszeichnung. 1906 wurde er als lebenslängliches Mitglied in das preußische Herrenhaus berufen. Er war auch Ehrenritter des Johanniterordens .

Literatur

  • Hellmut Kretzschmar: Geschichtliche Nachrichten vom Geschlecht von Alvensleben seit 1800. Burg 1930, S. 10-12
  • Werner Frauendienst: Friedrich-Johann Graf von Alvensleben-Erxleben. Der Deutsche Botschafter in Petersburg während des Russisch-Japanischen Krieges. Eine biographische Skizze zum Gedenken an seinen 100. Geburtstag am 9. April 1936. Leipzig 1936, 39 S.
  • Neue Deutsche Biographie, Erster Band 1953, S. 232
  • Magdeburger Biographisches Lexikon. Magdeburg 2002, S. 8/9.


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