Gebhard Nikolaus v. Alvensleben (1824-1909)
Oberforstmeister, Mitglied des preußischen Herrenhauses

Gebhard v. Alvensleben-Woltersdorf (1824-1909)Geboren wurde er als ältester Sohn des späteren Generals der Kavallerie Gebhard Karl Ludwig v. Alvensleben auf Woltersdorf und der Eugenia v. Oppell am 22.8.1824 in Brandenburg/Havel. Der spätere General der Kavallerie Gustav Hermann v. Alvensleben (1827-1905) war sein Bruder. Seine Schulbildung erhielt er auf der Ritterakademie in Brandenburg. Nach dem Abitur diente er zunächst als Einjährig-Freiwilliger beim 2. Garde-Regiment, absolvierte eine forstliche Lehrzeit, legte die Feldmesserprüfung ab und trat 1847 in das Reitende Feldjäger-Korps ein. Von 1849 bis 1851 studierte er an der Höheren Forstlehranstalt in Eberswalde. 1854 machte er das Oberförster-Examen und war zunächst im Kurierdienst in Paris und London tätig. 1856 erhielt er eine Oberförsterstelle in Eggesin (bei Stettin), dann in Neubrück (bei Frankfurt/Oder) und kam anschließend als Inspektionsbeamter zunächst nach Posen, dann nach Magdeburg. Im Krieg 1870/71 diente er als Johanniter im Lazarettwesen. 

1871 übernahm er als Oberforstmeister den Bezirk Lothringen in Metz, 1879 den großen preußischen Forstbezirk Potsdam mit 213.000 ha Wald, der in sechs Inspektionen, 40 Oberförstereien und 236 Förstereien untergliedert war. Dort war er 22 Jahre bis 1901 tätig, als er mit 77 Jahren in den Ruhestand trat. Von 1885 bis 1900 führte er den Vorsitz des Märkischen Forstvereins, der nach der Wende 1990 als Brandenburgischer Forstverein wiedergegründet wurde. Auf Präsentation der Familie v. Alvensleben wurde er 1880 zum Mitglied des preußischen Herrenhauses auf Lebenszeit ernannt. Er war Rechtsritter des Johanniterordens und erhielt zahlreiche Ordensauszeichnungen. 

Aus seiner Ehe mit Agnes von Rohr (1828-1863) gingen drei Söhne und eine Tochter hervor, darunter der spätere Landrat des Kreises Gardelegen, Werner v. Alvensleben (1858-1928). Zwei weitere Kinder wurden tot geboren. Er starb am 6.5.1909 in Potsdam. Das Familiengut Woltersdorf bei Magdeburg musste infolge Schulden, die noch aus den Befreiungskriegen stammten, 1881 an den Pächter Brandt verkauft werden. 

Literatur:

  • H. Guse: Gebhard von Alvensleben – Nachruf in: Zeitschrift für Forst- und Jagdwesen, 1909, S. 781-783.
  • O. v. Hagen und K. Donner: Die forstlichen Verhältnisse Preußens. Berlin 1894.
  • Hellmut Kretzschmar: Geschichtliche Nachrichten von dem Geschlecht von Alvensleben seit 1800. Burg b.M., 1930, S. 24-26.
  • E. Schwartz: 120 Jahre Forstverein in Brandenburg 1873-1993. Potsdam 1993.
  • Albrecht Milnik (Hrsg.): Im Dienst am Wald. Lebenswege und Leistungen brandenburgischer Forstleute. Verlag Kessel. Remagen 2006, S. 163-164.