Ludwig v. Alvensleben (1805-1869)
Besitzer des Gutes Neugattersleben und Mitglied des preußischen Herrenhauses

Ludwig v. Alvensleben-NeugatterslebenLudwig v. Alvensleben wurde am 31.4.1805 in Neugattersleben geboren. Sein Vater war Joachim v. A. (1776-1805), der aber schon mit 29 Jahren starb, seine Mutter Wilhelmine (Minettchen) v. Alvensleben (1777-1852) aus Eichenbarleben. Er war der jüngste von sechs Geschwistern. 1831 heiratete er Luise v. Trotha aus Skopau und hatte mit ihr sechs Kinder, darunter den späteren Grafen Werner v. Alvensleben (1840-1929). 

Ludwig v. A. wuchs zunächst in Neugattersleben auf, besuchte das Pädagogium in Halle, absolvierte einige Jahre Militärdienst und anschließend eine praktische landwirtschaftliche Ausbildung. 1829 übernahm er zusammen mit seinem älteren Bruder Udo die Bewirtschaftung des väterlichen Gutes Neugattersleben, das fast 25 Jahre von einem Vormund verwaltet worden war. Nach einem Erbvergleich mit seinen Brüdern wurde er 1831 Alleinbesitzer des Gutes, das allerdings hoch verschuldet war. 1846 errichtete er in Neugattersleben eine eigene Zuckerfabrik, die bis 1880 in Betrieb war. Anschließend beteiligte sich sein Sohn an der Zuckerfabrik im benachbarten Hohenerxleben. Die wirtschaftliche Lage verbesserte sich entscheidend als man 1849 und 1856 in Neugattersleben Braunkohle fand, die in der Grube „Luise Hedwig“ bis 1923 abgebaut wurde.  

Neben der Bewirtschaftung seiner Betriebe nahm er seine Aufgaben als Kirchenpatron in Neugattersleben, Hohendorf, Löbnitz und Brumby sehr ernst. Er war außerdem Kreisdeputierter, Ehrenritter des Johanniterordens und seit 1868 bis zu seinem Tode Mitglied des preußischen Herrenhauses. Er starb am 13.7.1869 in Neugattersleben. 

Literatur

  • Anna von Krosigk (Hrsg.): Lebensbild Werner, Ludwig, Eduard´s von Alvensleben… Bernburg um 1870 (ohne Jahresangabe), 73 S.
  • Wilhelm Kamlah: Die Geschichte von Hohendorf, Neugattersleben, Löbnitz mit einer Chronik. Eisleben 1907.
  • Hellmut Kretzschmar: Geschichtliche Nachrichten von dem Geschlecht von Alvensleben seit 1800. Burg 1930, S. 60.
  • Ernst Krause: Erinnerungen an Neugattersleben. Unveröffentlichtes Manuskript (219 S.). Halle 1935.