Oskar v. Alvensleben (1831-1903),  Landschaftsmaler

Oskar v. Alvensleben (1831-1903)Oskar wurde als das zwölfte und jüngste Kind von Wilhelm v. Alvensleben (1779-1838) aus Kalbe (Milde) und dessen Frau Sophie Günther (1784-1847) aus Dresden am 18.2.1831 in Benkendorf bei Halle geboren. Der Musiker und Besitzer des Gohliser Schlösschen bei Leipzig Gebhard v. Alvensleben (1816-1895) war sein Bruder, weiterhin der Gutsbesitzer Udo v. Alvensleben (1823-1910) aus Schollene.  Er blieb unverheiratet. 

Seine Kindheit verbrachte er auf dem Gut Gohlis bei Leipzig, das sein Vater 1832 erworben hatte. Über seine schulische Ausbildung und ein Studium ist nichts mehr bekannt. Nach 1850 bezeichnete er sich als „Öconom“ und beschäftigte sich mit der Landschaftszeichnung in Süddeutschland und Nordfrankreich. Auch hatte er musikalische Neigungen und versuchte sich – wie sein Bruder Gebhard - mit Kompositionen. 1866 nahm er seinen Wohnsitz in Dresden und studierte bis 1874 an der dortigen Akademie, u.a. bei J. Hübner, C. Peschel und A. Erhardt – unterbrochen durch längere Studienreisen bis nach Spanien, auf denen zahlreiche Bleistiftskizzen, z. T. mit Tusche oder Wasserfarben, entstanden, nach denen er Aquarelle malte. Seit 1871 war er Mitglied der Dresdner Künstlergenossenschaft und förderte auch andere Künstler. Im weiteren Leben unternahm er ausgedehnte Reisen nach Süddeutschland, Österreich, Nord- und Ostsee und  Böhmen, auf denen viele Landschaftsstudien entstanden. In seinem Dresdener Haus sammelte er antike Möbel und Geräte mit großem Kunstverständnis. Für den Erhalt der Burgruine in Kalbe (Milde) stiftete er ein größeres Kapital, woran noch eine Tafel am wiederhergestellten Giebel des Gebhardbaus erinnert. Nach seinem Tode am 5.2.1903 in Dresden wurde er auf dem Familienfriedhof in Kalbe (Milde) beigesetzt. Max Rödig malte 1895 ein Porträt von Oskar v. Alvensleben, das nach 1945 verschollen ist und von dem nur noch eine Schwarz-Weiß-Fotografie erhalten blieb. 

Von seinen zahlreichen Bildern hat er nie eines verkauft, sondern ganz Mappen davon hinterlassen. Sie befinden sich heute u.a. in den Kulturhistorischen Museen in Magdeburg und Stralsund, im Stadtmuseum Dresden und im Vogtlandmuseum Plauen. Bilder von Oskar von Alvensleben wurden u. a. auf folgenden Ausstellungen gezeigt: 1870/71, 1888, 1894 Akademie Dresden, 1886 Akademie Berlin, 1942 Kunsthandlung Naubert in Leipzig mit 400 Zeichnungen, 1943 in Leipzig bei C.G. Boerner, 1976 Galerie Ketterer in München (u. a. auch ein Selbstbildnis), 1980 Staatliche Galerie in Dessau („Dessauer Ansichten aus vier Jahrhunderten“). Im Kunsthandel werden Bilder von ihm immer wieder angeboten. 

Literatur

  • Hellmut Kretzschmar: Geschichtliche Nachrichten von dem Geschlechte von Alvensleben seit 1800. Burg 1930, S. 92/93.
  • Allgemeines Künstlerlexikon. Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 2, Leipzig 1986, S. 483.