Andreas I. v. Alvensleben (vor 1495 – 1565)
Burgherr in Calvörde, Eichenbarleben und Randau

Andreas v. Alvensleben, Ausschnitt seines GrabsteinsEr war der älteste Sohn von Vicke I. v. Alvensleben (+ 1510) und der Ursula v. Mahrenholtz, die zur Zeit seiner Geburt vermutlich in Hundisburg lebten. In seinen jungen Jahren soll er im Kriegsdienst bei Herzog Heinrich den Jüngeren von Braunschweig (1489-1568) gestanden haben. Auch soll er unter Kaiser Karl V. am Krieg gegen König Franz I. von Frankreich in Italien und Frankreich (1521-1526) teilgenommen haben. Später widmete er sich vor allem der Verwaltung seiner Güter. Er besaß u.a. einen Anteil an der Burg Kalbe/Milde, den Hof in Eichenbarleben und war zeitweise im Pfandbesitz der Burg Calvörde. Im Jahre 1535 unterschrieb er als Inhaber der Burg Calvörde mit den übrigen braunschweigischen Landständen einen Vergleich zwischen Herzog Heinrich den Jüngeren und seinem Bruder Wilhelm über die Regelung der Primogenitur im Herzogtum. 

1554 erhielt er nach Aussterben der Roten Linie der Alvensleben im Erbvergleich das Gut Randau, wo er seinen Wohnsitz nahm. Er führte dort die Reformation ein, baut die dortige Kirche und berief  am 7. Februar 1558 Johann Schwanberger als wahrscheinlich ersten evangelischen Pfarrer. In Eichenbarleben war bereits im Jahre 1550 der letzte katholische Pfarrer, Johann Plücker, mit der gesamten Gemeinde zum evangelischen Glauben übergetreten. 

Andreas v. Alvensleben war mit Maria v. Hodenberg verheiratet. Sie hatten zusammen eine Tochter Ursula, die 1560  den Otto Asche v. Mahrenholtz heiratete.Er starb am 15. Januar 1565 in Randau und wurde in der dortigen Kirche „bey dem Altar“ begraben. Der Grabstein zeigt ihn in ganzer Gestalt im Harnisch mit einer Streitaxt in der rechten und einem Schwert in der linken Hand. An den Ecken befinden sich vier Ahnenwappen. Die Inschrift lautet: Anno 1565 den 15 Januarii Ist der Erbare und Ernvheste Andreas von Alvensleve Christlich gestorben. Got genade der selenn. Amen. Diesen stein hat maria von hodenberg iren seligen junkeren nachlegen lassen. Also hat godt die welt gelibet das Er seinen Einigen sohn gab Auf das ale die an ihn glauben nicht verloren werden sondern das ewige leben haben. Johann. 3.  

Literatur:

  • Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichtliche Nachrichten von dem Geschlecht von Alvensleben und dessen Gütern. Band II, Berlin 1819, S. 318-337.
  • Max Hennige: Randau. Gut und Dorf in Vorzeit und Gegenwart. Commissions-Verlag München 1913. 

Grabstein in der Dorfkirche Randau