Konrad v. Alvensleben (urk. 1222-1240)
Domherr in Halberstadt, Priester und Dominikanermönch

Siegel von des Domherrn Konrad v. AlvenslebenEr war ein Sohn des Gebhard I. v. A. (urk. 1190-1217), der Truchseß und Präfekt von Halberstadt war. Sein Bruder Johann II. (urk. etwa 1232-1249) übernahm die Ämter seines Vaters, während er Domherr des Bistums wurde. Sein Siegel (siehe Zeichnung) ist noch erhalten geblieben. Es ist das älteste erhaltene Alvenslebensche Siegel. 

Konrad war offenbar sehr fromm. Er übte neben seinem Domherrenamt noch das eines Messpriesters aus und trat schließlich um 1235 dem Dominikaner- oder Predigerorden bei. Um das Armutsgelübde zu erfüllen, stiftete er mit Zustimmung seines Bruders Johann – zusammen mit dem Domherrn Osto - den wesentlichen Teil seines Vermögens dem Dombau in Halberstadt, insbesondere für den Altar St. Euphemia, und den Rest dem Kloster, in dem er 1240 noch als Ordensgeistlicher tätig war. Sein dem Dombau gestifteter Landbesitz lag in Severtshusen, einer heutigen Wüstung zwischen Derenburg und Heimburg, südwestlich von Halberstadt.  

Der um 1235 gestiftete Altar ist nicht mehr vorhanden. Jedoch befindet sich im Domschatz von Halberstadt noch ein Flügel eines Euphemia-Altars aus den 1460er Jahren. Eine Reliquie der Heiligen Euphemia gehörte zu den Stücken, die Bischof Konrad von Krosigk vom Vierten Kreuzzug (1202-1204) aus Byzanz mitbrachte, an dem vermutlich auch Konrads Vater Gebhard teilnahm. 

Der erhalten gebliebene Altarflügel stellt Teile des Martyriums der Euphemia (+ 303), der Tochter eines römischen Senators in Chalcedon bei Konstantinopel, dar. Er ist bei Findeisen (2005, S. 82-83) abgebildet und beschrieben. Im oberen Bild übersteht es die Heilige zwischen großen Steinen zerquetscht zu werden, im unteren Bild wird sie in einer Grube mit wilden Tieren von diesen verschont, schließlich aber von ihren Henkern erstochen. Das Werk wird dem Meister des Altars der Marktkirche in Hannover zugeschrieben.               

Literatur 

  • Wohlbrück I (1819), S. 38-42
  • Mülverstedt, Bd. I (S. 33-40, Siegel auf Tab.1 nach S. 192) u. IV (S.196-197)
  • Peter Findeisen: Halberstadt – Dom, Liebfrauenkirche, Domplatz. Die Blauen Bücher. Königstein 2005, S. 82-83.
  • Petra Janke: Ein heilbringender Schatz – Reliquienverehrung am Halberstädter Dom. Halberstadt 2006.