Gebhard XVII. v. Alvensleben

† 1541 | Landeshauptmann, Magdeburger Rat und Amtshauptmann zu Wolmirstedt

Er war der fünfte und jüngste Sohn von Ludolf IV. von Alvensleben (+ 1476) auf Kalbe/Milde und Hundisburg und der Anna von Bülow und Bruder des Havelberger Bischofs Busso VIII. v. Alvensleben (+ 1493). In seinen jüngeren Jahren befand er sich zumeist im Kriegsdienst. 1492 beteiligte er sich im Brandenburgischen Hilfsheer an der Belagerung von Braunschweig durch deren Herzöge. 1499 gehörte er zum Aufgebot des Heeres von Kaiser Maximilian I. im Feldzug gegen die Schweiz. Im Jahre 1512 war er Teilnehmer des vom Kurfürsten veranstalteten Neuruppiner Turniers, in dem er seine ritterlichen Fähigkeiten und körperliche Kraft in einem Kampf gegen Kaspar von Oertzen unter Beweis stellen konnte.

Später wurde Gebhard von Kurfürst Joachim I. zum Brandenburgischen Rat und Landeshauptmann der Altmark ernannt. Das letztere Amt übte er von 1516 bis 1521 aus. Danach war er Erzbischöflich Magdeburgischer Rat und Amtshauptmann in Wolmirstedt. In dem 1500 geschlossenen Erbvergleich mit seinen Brüdern erhielt er ein Neuntel von Schloss Kalbe und die Hälfte von Schloss Hundisburg. 1534 erwarb er das erzbischöfliche Schloss Alvensleben im Pfandbesitz und nahm dort seinen Wohnsitz.

Votivtafeln von Gebhard XVII. (links) und Fredeke v. Wenden in der Nicolaikirche in Kalbe, 1520 (oben)

Gebhard war mit Fredeke von Wenden verheiratet und hatte mit ihr fünf Töchter und vier Söhne, darunter den späteren magdeburgischen Rat und Hofmeister Ludolf X. v. Alvensleben und den Humanisten Joachim I. v. Alvensleben. Er starb – über siebzigjährig – am 7. April 1541 und wurde in der Nicolaikirche in Kalbe/Milde beerdigt. Dort befinden sich im Nordeingang zwei 1520 von ihm und seiner Frau gestiftete Votivtafeln mit Reliefs nach Motiven von Albrecht Dürer. Seine Frau starb 1551 und wurde im Kloster Mariental beigesetzt.

Literatur:

  • Siegmund Wilhelm Wohlbrück: Geschichtliche Nachrichten von dem Geschlecht von Alvensleben und dessen Gütern. Band II, Berlin 1819, S. 202-217.
  • Publius Vigilantius Auxungia (Schmerlin): Bellica Progymnasmata…. Frankfurt/O. 1512 (Bericht über das Neuruppiner Turnier von 1512).